Rückblick auf das 2. Jahr des Sprachprojekts an der 

Uhlandschule Metzingen-Neuhausen

Klasse 6 - Schuljahr 2003/04 

I. Schulcurriculum

Die „Förderung der Sprachfähigkeit“ wurde als wichtiges Element des Schulprofils in das Schulcurriculum der Uhlandschule aufgenommen. 

II. Didaktische Bausteine

1. Curriculum zur „Förderung der mündlichen Kommunikationsfähigkeit“ und zur 

„Verbesserung der Rechtschreibung“

Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr bei der Förderung der mündlichen Kommunikationsfähigkeit. Dazu hat unsere Lehreranwärterin, Frau Rebekka Kübler, ein Curriculum entwickelt, das sich über das Schuljahr erstreckte. Es geht von einem Kommunikationsbegriff aus, der sowohl das verbale als auch das nonverbale Kommunizieren umfasst. Ferner wurden Artikulationsübungen zur besseren Lautwahrnehmung durchgeführt. Diese dienten auch der Verbesserung der Rechtschreibung. Dokumentiert wurde dies in der Hausarbeit von Frau Kübler, die öffentlich präsentiert wurde.

(è Konzept zur Förderung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit. Die Anlage ist ein Element der Hausarbeit zur Zweiten Dienstprüfung). 

2. Erweiterung des Wortschatzes

Zur Wortschatzerweiterung wurden die bereits in Kl. 5 eingeführten Methoden fortgesetzt (vgl. Bericht zum 1. Jahr des Sprachprojekts):

è vgl. Übersichtsseite Fach Deutsch

-Wörterlisten in verschiedenen Fächern

-Wörter im Kontext 

-Wörtertest 

-Satzanfänge

3. Weitere Maßnahmen zur Sprachförderung im Fach Deutsch

-Unterrichtsbaustein Ganzschrift „Ronja Räubertochter“ v. Astrid Lindgren

-Buchvorstellungen während des gesamten Schuljahres als „Element des freien Sprechens“ 

-Briefprojekt GHS Neuhausen und GHS Großbettlingen

4. Außerunterrichtliche Möglichkeiten einbeziehen 

- Bibliotheksbesuch

- Autorenlesung 

- Theaterbesuch: Max Eipp spielt Texte von Peter Bichsel 

5. Synergetische Effekte durch Zusammenarbeit mit anderen Fächern

-Mathe

-Biologie 

-Erdkunde

-Bildende Kunst

6. Erlebnispädagogische Elemente zur Sprachförderung

Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Förderung des Selbstvertrauens. Nur wer über das nötige Selbstvertrauen verfügt, „traut“ sich etwas zu, „traut“ sich zu sprechen, etwas vorzutragen, zu fragen oder zu präsentieren. Für diese Zielsetzung gab es zwei erlebnispädagogische Auf-enthalte in einem Schullandheim. Die dortigen Aktionen waren nur zu bewältigen, wenn die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teammitgliedern erfolgreich ablief. 

è Übersichtsseite mit Links über Erlebnispädagogik und Sprachförderung

-Didaktische Begründung 

-Kurzschullandheim vom 22. – 24.9.2003 

- 3-Tages-Planung

- Orientierungslauf

- Niederseilparcours

- Baumklettern

- Auswertung/Reflexion

-Schullandheim vom 19. – 23.7.2003 

- Wochenplan

- Vorbereitung der Expedition

- Durchführung der Expedition

- Reflexion

Die Anlagen stammen von unserem Lehreranwärter Karl Heinz Wetterauer. Er behandelte dieses Thema ausführlich in seiner Hausarbeit zur Zweiten Dienstprüfung. An der Durchführung der beiden Schullandheimaufenthalte war das gesamte Klassenlehrerteam beteiligt: Frau Sabine Bay-Bantle, Frau Rebekka Kübler, Herr Karl-Heinz Wetterauer.

III. Evaluation 

a) Sprachprojektklasse

Eine individuelle Lernstandsdiagnose für den Beginn des 6. Schuljahres liegt in Form des Hamburger Schulleistungstests B vor, der am Ende von Kl. 5 durchgeführt wurde. Da für die Evaluation am Ende von Kl. 6 keine geeigneten Diagnoseinstrumente vorlagen, wurde ein individueller Beobachtungsbogen für jeden Schüler ausgefüllt. Diese individuellen Beobachtungsbögen sollen als Portfolio fortgeführt werden. 

Lesen: Am Ende des 6. Schuljahres sind die meisten Schülerinnen und Schüler in der Lage, altersgemäße Texte flüssig zu lesen und deren Sinn zu erfassen. Sie nutzen die Stadtbücherei in Metzingen selbständig, auch für Recherchen zu Unterrichtsthemen.

Mündliche Kommunikation: Die Klasse ist nach diesem Schuljahr daran gewöhnt, in ganzen Sätzen zu sprechen, ohne dass dies ständig vom Lehrer angemahnt werden muss. In Gesprächsrunden können sie gezielt Rückmeldung geben und sich präziser ausdrücken als zu Beginn des Schuljahres. Es zeigt sich allerdings, dass der neu zu erlernende Fachwortschatz, bzw. den Schülern zuvor unbekannte Redewendungen und Wörter sehr häufig wiederholt werden müssen, um in deren aktiven Wortschatz aufgenommen zu werden.

Bei Verständnisproblemen fragen inzwischen alle Schülerinnen und Schüler selbstbewusst nach und keiner muss Angst haben, von den anderen bloßgestellt zu werden. Die meisten Schüler trauen sich vor der Klasse Probleme zu benennen, die dann im Klassenrat besprochen werden. Dabei ist der Umgang miteinander vorwiegend rücksichtsvoll und fair. Dies war auch bei der Outdoor-Aktion zum Ende des Schuljahres gut zu beobachten. Die Schülerinnen und Schüler halfen sich gegenseitig und waren auch bereit Hilfe anzunehmen. (So trug z. B. ein Mädchen den Rucksack eines kleineren und schwächeren Mitschülers über eine große Wegstrecke.) Auch nach teilweise harten Auseinandersetzungen (Gruppenspaltung beim Orientierungslauf) waren die Schülerinnen und Schüler in der Lage, anschließend wieder in

einer angemessenen Art und Weise miteinander zu kommunizieren und im Team zu arbeiten (ein Lager für die Nacht zu bauen).

b) Uhlandschule Metzingen-Neuhausen insgesamt

Durch die außerordentlich engagierte Arbeit unserer Lehreranwärter Frau Rebekka Kübler und Herr Karl-Heinz Wetterauer, durch die öffentlichen Präsentationen ihrer beiden Hausarbeiten vor dem Kollegium sowie durch Berichte über die Arbeit in der Sprachprojektklasse in der Gesamtlehrerkonferenz wurde das Interesse vieler Kolleginnen und Kollegen an der Arbeit im Sprachprojekt vertieft. Es herrscht inzwischen Konsens über die Bedeutung der Sprachförderung in der gesamten Uhlandschule, so dass die Sprachförderung ein wichtiges Element des Schulprofils darstellt. Als solches prägt es auch das Schulcurriculum der Uhlandschule Metzingen-Neuhausen, das anlässlich der Einführung der neuen Bildungspläne erstellt wurde. 

Metzingen, den 14.9.2004

Manfred ThiedemannHelga Wolz

RektorKonrektorin