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BERUF / Praktischer Leistungswettbewerb der Handwerksjugend 2003
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Erste Bundessiegerin kommt aus Neuhausen
Marion Hartter für Steh-Tischbar ausgezeichnet
Handwerk hat bekanntlich goldenen Boden: Und damit
das so bleibt, richtet
der Zentralverband des deutschen Handwerks einmal
im Jahr einen
"Praktischen Leistungswettbewerb" für den Nachwuchs
aus. Am Freitag wurden
in der Stadthalle die Sieger ausgezeichnet.
REGINA KRUCK
Preisverleihung beim Leistungswettbewerb der Handwerksjugend:
Diethard Pagels plaudert mit Marion Hartter, der Ersten Bundessiegerin
aus Neuhausen. FOTO: REGINA KRUCK
METZINGEN Die Idee kam Marion Hartter schon ganz früh
während ihrer Ausbildung zur
Drechslerin: Eine Steh-Tischbar wollte sie bauen, ganz aus Holz. Eine
Bar,
bei der man oben die Platte anheben kann - in die noch ein Sektkühler
integriert sein muss - darunter käme ein Gläserring zum Vorschein,
aus
seiner Mitte könnte man eine Sektflasche nehmen und dann: Prost!
Die Tischbar ist Wirklichkeit geworden, Marion Hartter hat den Entwurf
zu
ihrem Gesellenstück gemacht. Nun hat die 20-Jährige aus Neuhausen
richtig
Grund zum Feiern: Sie wurde damit Erste Bundessiegerin im Drechslerhandwerk
beim Leistungswettbewerb.
Damit war die junge Frau, die ihre Ausbildung in einer Dettinger
Drechslerei gemacht hat, eine von 50 Nachwuchs-Handwerkern aus dem
Kammerbezirk Reutlingen, die am Freitagabend bei einer Feierstunde
vor rund
300 Gästen als Sieger des Wettbewerbs auf Kammer-, Landes- und
Bundesebene
ausgezeichnet wurden. Dabei reicht die Palette der Berufe vom Buchbinder
über die Steinbildhauerin und die Zahntechnikerin bis hin zum
Orthopädieschuhmacher.
Jeder Sieger musste dem Moderator des Abends, Diethard Pagels, kurz
und
humorvoll Rede und Antwort über die Inhalte seiner Ausbildung
stehen.
Ernsthaftes Lob gab es von Kammerpräsident Joachim Möhrle:
"Sie sind der
leibhaftige Beweis dafür, was im Handwerk so alles möglich
ist",
beglückwünschte er die Teilnehmer in seiner Rede. "Sie haben
Leistungswillen gezeigt und Ihre Chancen bestens genutzt."
Und auch Metzingens Oberbürgermeister Dieter Hauswirth war stolz:
"Nach wie
vor gilt: Handwerk hat goldenen Boden, und die Tugenden wie Fleiß
und
Verantwortungsbewusstsein, die es dafür braucht, haben Sie eindrucksvoll
bewiesen."
Der vom Zentralverband des deutschen Handwerks ausgeschriebene Praktische
Leistungswettbewerb auf Kammer-, Landes- und Bundesebene wird jedes
Jahr in
allen handwerklichen Ausbildungsberufen ausgerichtet. Teilnehmen konnten
Junghandwerker bis 23 Jahre, die in diesem Jahr ihre Gesellenprüfung
abgelegt und dabei in Theorie und Praxis eine Note von 2,4 und besser
geschafft hatten. Aus dem Bezirk Reutlingen waren das diesmal ganze
213.
Die jeweilige Handwerkskammer ermittelt dann aufgrund der
Prüfungsergebnisse zunächst die Kammersieger in den einzelnen
Berufen - 65
waren es heuer aus unserer Region. Nur Tischler und Zimmerer bekommen
eine
"Extrawurst": Sie müssen noch einmal "live" vor einer dreiköpfigen
Kommission eine Arbeitsprobe anfertigen - das kann ein Bügelbrett
sein oder
auch eine kleine Dachkonstruktion.
Die Besten kommen dann in die Ausscheidung auf Landesebene, und die
ersten
Landessieger bekommen wiederum die Chance, sich auf Bundesebene zu
qualifizieren. 2003 kamen fünf von deutschlandweit 90 ersten,
zweiten und
dritten Bundessiegern aus dem Kammerbezirk Reutlingen. Diese werden
am
Samstag noch einmal in Mannheim geehrt und erhalten Geldpreise zwischen
100
bis 300 Euro.
Der Leistungswettbewerb dient der Talentsuche; er ist für den Nachwuchs
aber auch eine gute Gelegenheit, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten
mit
anderen Junghandwerkern des gleichen Berufes zu messen. Für viele
war es
laut Kammerpräsident Möhrle auch schon von Vorteil, wenn
sie später bei
Bewerbungen oder bei der Gründung einer eigenen geschäftlichen
Existenz auf
ihre Erfolge beim Leistungswettbewerb hinweisen konnten.