UHLANDSCHULE / Ökomobil ist zu Gast
Schüler im rollenden Labor
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Konzentriert arbeiten die Schüler der Klassen 2a und 2b der Uhlandschule im Ökomobil. FOTO: NORBERT LEISTER
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Kinder der Uhlandschule konnten im Ökomobil Tiere und Pflanzen, die sie auf einer Wiese aufgelesen hatten, näher anschauen, bestimmen und malen.
NORBERT LEISTER
METZINGEN Ganz schön schwierig sei es gewesen, für das Ökomobil einen Termin zu erhalten, sagte Edith Reusch am Donnerstag auf dem Neuhäuser Verkehrsübungsplatz. Bereits vor gut einem Jahr hatte die Lehrerin der Uhlandschule sich mit Sabine Reußink, der Ökomobil-Leiterin, in Verbindung gesetzt. Dass der Kleinlaster am Donnerstag dann tatsächlich in Neuhausen Station machte, das empfand Reusch als "kompletten Glückstreffer".
Acht Monate im Jahr, von März bis November, ist die Geografin Reußink im gesamten Regierungsbezirk Tübingen unterwegs, jeden Tag wechselt sie den Standort, kommt weit herum. "Vor zwei Wochen war ich in China", schmunzelt sie. Das liege natürlich nicht im Regierungsbezirk, dennoch sei sie in Sachen Ökomobil im Reich der Mitte gewesen. Mit insgesamt 100 Umweltpädagogen hatte sie sich dort getroffen, um das Erfolgsrezept des fahrenden Umwelt- und Naturschutzlabors auch den Chinesen näher zu bringen.
In Neuhausen waren die Schüler der Klassen 2a und 2b am Donnerstag mit der Geografin zuerst in einer Wiese unterwegs und sammelten auf, was dort so krabbelte und kroch, hüpfte und sprang: Wolfsspinnen, jede Menge unterschiedlichster Läuse, einen Pinselkäfer, Motten, ein Grashüpfer, kleine Frösche, einen Ohrwurm - "der übrigens weder ein Wurm ist, noch mit dem Ohr was zu tun hat", erklärte Reußink zu den Kindern. All diese Tiere haben die Kids mit ins Ökomobil gebracht, wo sie wortwörtlich näher unter die Lupe genommen wurden. Anschließend malten die Zweitklässler ihre Fundstücke. "Und die Bilder werden dann im Klassenzimmer aufgehängt", sagte Lehrerin Reusch.
"Das Ziel des Ökomobils ist, die Kinder näher an die Natur heranzuführen", so Reußink. Das geschehe ganz praktisch, wie beim Streifzug über die Wiese oder beim näheren Hinschauen auf die Tiere, die dort leben. Dabei erfahren die Kinder jede Menge über die Natur, über deren Bedeutung, "dass wir sie brauchen und auch was dafür tun müssen", betonte die Geografin. Was die Kinder persönlich dafür tun können - auch das haben sie am Donnerstag gelernt. Beispielsweise einen Teich anzulegen oder Brennnesseln nicht als Unkraut zu betrachten, sondern als Lebensraum für zahlreiche Tiere, wie etwa für Schmetterlingsraupen.
"Hier erfahren die Kinder, dass kein Tier umsonst ist", betonte Reußink. Wenn nur ein einziges aussterbe, komme das gesamte System ins Wanken. So war natürlich klar, dass die Schüler ihre gefundenen Exemplare nicht etwa achtlos im Ökomobil liegen lassen würden: Sie bringen die Tiere wieder an die Stellen zurück, wo sie gefunden wurden. Lehrerin Edith Reusch und ihre Kollegin Dorthy Venatier sind überzeugt, dass das Thema Natur für die Schüler auch nach der Abfahrt des rollenden Minilabors nicht erledigt sein wird: "Die Kinder werden ganz sicher weiterhin Tiere in die Schule mitbringen."
Erscheinungsdatum: Samstag 26.06.2004
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/SÜDWEST AKTIV - Copyright 2002 Südwest Presse Online-Dienste GmbH
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