Artikel
vom 22.11.2005 aus SÜDWEST AKTIV
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Volksblatt/Der Ermstalbote / <<<
NABU / Herbstferienprogramm der
Uhlandschule
Natur erleben - Natur verstehen
"Natur erleben - Natur
verstehen" hieß das Herbstferienprogramm der Uhlandschule Neuhausen.
Veranstalter waren der Förderkreis Uhlandschule, Forstrevier der Stadt
Metzingen und die NABU-Gruppe Metzingen.
60 Schulkinder nahmen am Programm teil.
METZINGEN
Blau, Grün und Gelb, alles positive Farben. Genau wie das Naturerleben für über
60 Neuhäuser und Glemser Grundschulkinder. Blau war
der Himmel an
diesem herrlich milden Novembernachmittag. Ins Grüne gings,
um und auf den "Hofbühl". Und schließlich erstrahlten die
Herbstblätter der Bäume und
Sträucher im wärmsten Gelb.
Aber zunächst hatten die drei Farben etwas ganz praktisches an sich. Dorothee
Mühlhausen, Andrea Kimmich, Eva und Reiner Jandt-Bartelmeß vom
Förderkreis wussten das Gewusel von Kindern zu entflechten. Mit farbigen Namensschilder
versehen, aufgeteilt in Gruppen und dann noch paarweise,
schließlich durchgezählt, so geordnet konnte es losgehen. Rings um den "Hofbühlkopf"
hängen seit genau einem Jahr viele Singvogel-Nistkästen.
Diese haben nicht nur eine Nummer, sie haben sogar einen Vornamen, nämlich den
des Erbauers. Wenn auch Horst Lang und Dietmar Schurr von der
NABU-Gruppe, eigentlich die Gruppe der jungen Naturschützer anführten, Janik Bärmann marschierte gleich
zielstrebig vorneweg zu seinem
Nistkasten. Mutig, trotz Warnung über mögliche beißende und stechende Bewohner,
öffnete er die Tür. Aber Gott sei Dank oder auch leider, es
wohnte niemand mehr darin. Aber wer hier seine Kinderstube oder einen kuscheligen
Unterschlupf hatte, das konnten alle gemeinsam herausfinden.
Eine dicke Schicht Moos und viel Haare von Reh und Feldhase obendrauf: Hier hat
ein Blau- oder Kohlmeisenpaar ihre Kinderschar groß gezogen.
Da bleibt es nicht aus, dass im Laufe ihres Heranwachsens eine Nestmulde oder
Nestrand nieder gehopst wird. Und dass alle Jungvögel das Nest
verlassen haben, der graue Federkielstaub am Boden ist ein untrügliches Zeichen.
Seine Visitenkarte hat aber auch ein Nachmieter hinterlassen.
Grünes Laub und dunkle Kotwürstchen zeigen, dass ein Siebenschläfer hier wohnte.
Erstaunlich, dass bei den milden Herbsttemperaturen all diese
Bilche schon eine frostfreie Winterschlafhöhle
aufgesucht haben.
Einen Siebenschläfer hätte man nicht rausgeschmissen. Dafür aber sicherlich
viele unsichtbare und unangenehme Sauger und Krabbler,
denn
raus musste das alte Nest in jedem Fall. Ohne Flöhe, Milben und Läuse dient ein
Nistkasten im Winter nun mal besser als Schlafplatz. Und im
nächsten Frühjahr kann wieder ein Vogelpaar ohne lästige Plagegeister ein neues
Nest darin bauen.
Dass sie es hier gerne tun und auch reichlich Raupennahrung vorhanden ist, die
allesamt vollen "Häuser" beweisen es.
Beweisen konnten aber auch die
Naturforscher an diesem Nachmittag, dass sie sich mit ihrer umgebenden Natur
befassen und sie kennen. Christin und Friedemann, die beiden
Semesterpraktikanten vom Metzinger Forsthof, verstanden es pädagogisch vortrefflich,
in Sachen Natur zu unterhalten. "Schätze des Waldes suchen
und bestimmen" hieß eine Disziplin. Was da an "Schätzen"
zusammen getragen wurde, war alles, was sich im Wald finden ließ. Zapfen eines
Nadelbaumes, Blätter und Äste natürlich en masse. Aber genauso viel Müll, von
der Glasflasche bis zum Bonbonpapier. Das letzteres beispielsweise nicht wie ein
Baumblatt verrottet und vom Regen ausgewaschen wird, war den Kindern natürlich
auch klar. Und, wenn man es weiß, ist es ganz einfach, Fichten- und
Tannenzapfen zu unterscheiden - die Schatzsucher hatten anfangs dabei ihre
Schwierigkeit. Aber den Lärchenzweig zu erkennen machte keine Probleme, und man
lernte dabei fast nebenher, dass sie der einzige heimische Nadelbaum ist, der
die Nadeln abwirft.
Ob nun der allerschönste Teil des naturkundlichen Nachmittags kam, bleibt dahin
gestellt. Aber in jedem Fall, die am Grillfeuer selbst zubereiteten
Würste schmeckten ganz besonders. Und für den nächtlichen Rückmarsch vom "Hofbühl"
waren alle gestärkt.