Pressebericht über Englisch in der Grundschule im Metzinger-Uracher Volksblatt am 22.03.2004SCHULE / Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse
Monster Nelly spricht nur englisch
Die Schüler machen voller Begeisterung mit - Spielerisches Lernen
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Lehrerin Anja Schäfer bringt ihren Schülern die englische Sprache spielerisch bei,
wobei alle viel Spaß haben. FOTO: THOMAS KIEHL
Seit Beginn des Schuljahres ist in den Grundschulen in Baden-Württemberg der Fremdsprachenunterricht flächendeckend eingeführt worden. Die Erstklässler bekommen zwei Stunden Fremdsprachenunterricht pro Woche - nicht am Stück, sondern häppchenweise.
EVA FOCHT-RABEL
GLEMS Das Monster ist lilafarben, hat einen rosa Bauch, ähnelt entfernt einem Dinosaurier und heißt Nelly. Nelly nun spricht aber nur englisch mit den Grundschülern in der Glemser Schule - und es ist erstaunlich, wie viel die jüngsten Schüler schon verstehen.
"Hello, how are you?", fragt das Monster zu Beginn des Englischunterrichts und die Kinder antworten ihr brav auf englisch "fine". Es geht ihnen also gut, und das merkt man während der ganzen Unterrichtseinheit. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache und strengen sich, weil Gäste anwesend sind, natürlich auch besonders an. "Es sind nur rein rechnerisch zwei Unterrichtsstunden", erläutert Schulleiter Manfred Thiedemann. In den ersten beiden Klassen gibt es keinen starren Stundenplan und 45 Minuten englisch zu lernen kann man den Schülern auch nicht zumuten. Wobei ja auch nicht gepaukt wird, denn auf Schriftliches oder gar Rechtschreibung wird noch keinen Wert gelegt. Die Kinder imitieren die Worte ihrer Lehrerin und durch Gestik und Mimik lernen sie, sie zu verstehen.
"Duck" - die Ente
Lehrerin Anja Schäfer hat inzwischen Kärtchen hervorgeholt, baut sie an der Tafel auf und die Kinder sagen ihr, wen sie darauf sehen. "Father" und "Mother" gibt es da, aber auch die Kinder, die Großeltern und "Duck", die Ente. Das ganze ist dann die "family", zu der es auch ein passendes Lied gibt. Bei einem späteren Spiel müssen die Schüler die Augen schließen und dann schauen, welches Bild nicht mehr an der Tafel lehnt. Schnell kommen die Antworten, es fehlen "Grandpa" und "Mother". Auch dass zwei Jungs beim nächsten Spiel die Köpfe zusammenstoßen, weil jeder "Duck" vom Boden aufheben will, stört sie nicht wirklich. Es zählt allein, wer am Schluss die meisten Karten in der Hand hat und diese Zahl dann auch auf englisch sagen kann.
"Lieder, Reime und Spiele sind wichtig und machen den Kindern vor allem Spaß", berichtet Anja Schäfer, die mit Rhythmus und Bewegung an die Fremdsprache heranführt. Auch beim Vorlesen sind alle mucksmäuschenstill, die Mimik ist angestrengt vor lauter Konzentration. Anja Schäfer spricht während des ganzen Unterrichts nur englisch. Und braucht hinterher eine kurze Erholungspause, denn der "Mini-Monster-Dance" mit seinen vielen Wiederholungen und den Tanzbewegungen strengt an. Ihn könnte man auch im Sportunterricht verwenden, wie überhaupt die Sprache nicht statisch gelernt wird, sondern durch Sehen, Fühlen, Hören. Beispielsweise wurde in der Vorweihnachtszeit eine Karte gebastelt, bei der die Anleitung in Englisch erfolgte. "Nur bei dem Wort Tesafilm hatten wir Schwierigkeiten", lacht sie. "Kinder haben ein kommunikatives Bedürfnis", sagt Konrektorin Helga Wolz, "sie sprechen einfach gern." Deshalb sind die Situationen im Englischunterricht aus dem Leben gegriffen und beinhalten Familie, Freunde oder Haustiere.
Der Englischunterricht wird in den nächsten Jahren weitergeführt, dann sind die Zweitklässler dran. Bis in einigen Jahren alle Viertklässler vier Jahre englisch in der Grundschule hatten, so lange gibt es auch keine Noten, die in die Empfehlung für weiterführende Schule fließen. "Die jetzigen Zweit- bis Viertklässler sind also nicht benachteiligt", stellt Thiedemann klar. In der Uhlandschule gibt es aber auf privater Schiene einen Englischunterricht für Zweit- und Drittklässler, bei dem die Schule die Räume, nicht aber die Unterrichtsmaterialien stellt.
"Alle Lehrkräfte der Uhlandschule haben ein Jahr vor Unterrichtsbeginn Fortbildungen absolviert", weiß Thiedemann. Bei dieser Fortbildung konnten die Lehrer auf ihren Grundkenntnissen fachlich und didaktisch aufbauen. "It's not difficult", könnte ihnen dann das Monster Nelly sagen - so sehen es auch die jungen Sprachschüler.
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Erscheinungsdatum: Montag 22.03.2004
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