Artikel im Metzinger Uracher Volksblatt 
Erscheinungsdatum: Samstag 25.06.2005

UHLANDSCHULE / Projektarbeit von drei Neuntklässlerinnen
Neuhäuser sind als fleißige Leute bekannt


Filiz Hoyer, Michaela Hintz und Sarah Roos zeigen, wie es in früheren Jahren war. FOTO: EVA FOCHT-RABEL

 

 
Wie das Leben früher war, das interessiert üblicherweise Ältere. Die Ausnahme machten jetzt drei Schülerinnen der Uhlandschule für ihre Projektarbeit.
 
EVA FOCHT-RABEL
 
NEUHAUSEN Eine uralte Wäscheschleuder, Bottiche, ein Fass, Werkzeuge, gestrickte lange Strümpfe und Waschmittel in der Originalverpackung bildeten einen würdigen Rahmen zum Referat dreier Schülerinnen der Uhlandschule, die sich mit den Jahren 1920 bis 1960 in Neuhausen beschäftigt haben. Sie befragten Zeitzeugen im Ort, sammelten Informationen und schrieben zum Schluss alles in einer Mappe nieder. All das geschah im Rahmen ihrer Arbeiten zur Projektprüfung, die zum Hauptschulabschluss erforderlich ist.
 
Konrektorin Helga Wolz, die die Neuntklässlerinnen unterrichtet, war selbst erstaunt, als die Schülerinnen von sich aus auf das Thema "Das Leben in Neuhausen in den Jahren 1920 bis 1960" kamen. Zwei Wochen hatten Nelly Baykalov, Michaela Hientz und Filiz Hoyer Zeit, ihre Arbeit zu planen, zu strukturieren, Zeitzeugen zu finden und zu interviewen und die Mappe zu erstellen. Zu Themen wie Bürger, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Leben zuhause oder Kleidung und Landwirtschaft wurden ältere Neuhäuser befragt. Dabei fanden die Mädchen heraus, dass "die Neuhäuser sehr fleißig waren und im Umkreis als Sparer und Schaffer " galten - wie sie gestern vor einigen der Zeitzeugen in der Schule erzählten. Viele Neuhäuser mussten neben der Arbeit auf den Feldern, im Weinberg und den Obstwiesen noch in der Fabrik arbeiten, so wurden immer auch Frauen und Kinder zur Arbeit mit eingespannt. Samstag war Badetag und Montag Waschtag. Allerdings: "Der Sonntag wurde heilig gehalten". Freizeit war für alle ein Fremdwort und die Kinder mussten die Kleider der Älteren auftragen. "Aber schön war die Zeit doch" resümierte eine Neuhäuserin nach dem Referat und bekam dafür Beifall der Zeitzeugen. Allerdings kann es auch sein, dass man vieles im Nachhinein verklärt, wie Rektor Manfred Thiedemann sagte.