Erscheinungsdatum: 09.07.2011
Zum Thema
„Bildungspartnerschaften“:
"Das Handwerk bietet
glänzende Voraussetzungen"
Neuhausen. Die
lang bestehende lebendige Kooperation zwischen Neuhäuser Handwerksbetrieben und
Uhlandschule
ist jetzt formal besiegelt in Kooperation mit der Handwerkskammer trotz
Wechselbad der Schulformen.

Die Uhlandschule arbeitet sehr
erfolgreich mit den örtlichen Handwerksbetrieben zusammen. Foto: Mara Sander
Quelle: www.swp.de
14 Uhlandschüler des derzeitigen
Abschlussjahrgangs wollen den mittleren Abschluss machen, fünf gehen direkt in
den Beruf und in einem Fall ist die Entscheidung noch nicht getroffen. Diese
Zahlen nannte Rektorin Helga Wolz am Freitag bei der
Vertragsunterzeichnung der Partnerschaftvereinbarung
zwischen dem Handwerkerverbund Neuhausen und der Uhlandschule in Kooperation
mit der Handwerkskammer und dem staatlichen Schulamt Tübingen. Und im
Zusammenhang damit gab sie gleichzeitig bekannt, dass sie am selben Morgen eine
E-Mail erreichte von der neuen Kultusministerin, Gabriele Warminski-Leitheußer,
die besagt, dass "alle Hauptschulen künftig Werkrealschule werden
können", so Wolz. Ab dem Schuljahr 2012/13 soll
es auch die Option geben das 10. Schuljahr ohne Notenhürden nach Klasse neun absolvieren
zu können mit der Option des Hauptschulabschlusses entweder in der 9. oder 10.
Klasse, teilte sie weiterhin mit und betonte "wir sind die Uhlandschule,
egal wie wir heißen. Die Bürger wissen, was sie an unserer Schule haben",
ging sie auf das Wechselbad der Entscheidungen über Werkrealschulen und Zukunft
der Hauptschulen ein. Schon seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es an der
Uhlandschule beispielsweise eine Kooperation mit den örtlichen
Handwerksbetrieben, die jetzt formal besiegelt wurde. "Keine Einengung,
sondern wir arbeiten gut zusammen", so Wolz.
Bei der Vertragsunterzeichnung
standen dann auch symbolisch die Betriebsinhaber geschlossen hinter den
Unterzeichnern und damit hinter dem Vertrag. "Ich habe seit Januar letzten
Jahres 114 Bildungspartnerschaften geschlossen aber noch keine so schnell und
problemlos wie hier", freute sich dabei Michaela Lundt
von der Ausbildungsabteilung der Handwerkskammer Reutlingen. Sie hob die
bereits bestehende "lebendige Kooperation" hervor und bedauerte hinsichtlich
des Themas Werkrealschule, dass "das Schiff mal so und mal so
schwankt". Es sei schon "etwas Groteskes, da gibt es richtig tolle
Schulen, die bisher keine Anerkennung als Werkrealschule bekamen und andere,
die es nicht verdient hätten, eine zu werden", so Lundt.
Michael Winter wandelte für die
Handwerksbetriebe den Spruch "Handwerk hat goldenen Boden" um in
"Handwerk bietet glänzende Voraussetzungen". In Neuhausen sei das
Handwerk sehr stark. "Wir bieten die meisten und krisensichere Arbeitsplätze
am Wohnort, und das schon lange", so Winter. Der Vertrag sei nur der
formale Rahmen für die bereits bestehende sehr gute Zusammenarbeit der bisher
beteiligten Betriebe mit der Uhlandschule. "Jederzeit können weitere
Betriebe mitmachen, betonte er, und dass der Vertrag neue Beteiligungen
keinesfalls ausschließe. Er sei jederzeit bereit, anderen Handwerkern mehr
darüber zu sagen und aus seinen Erfahrungen zu berichten. So kommen zum
Beispiel zu ihm wieder Praktikanten um Bäckerluft zu schnuppern und sich möglicherweise
für den Beruf zu begeistern, auch wenn die Arbeitszeiten anders sind als in den
meisten Berufen.
"Wir legen Hand ans Werk, und das gefällt
vielen. Sie sehen, was sie schaffen", schilderte er den kurzen Weg vom
Rohstoff aus der Region bis zum Verkaufsprodukt im Laden. Auch aus anderen
Handwerksbetrieben war zu hören, dass sich aus den Kooperationen schon
Ausbildungsverträge ergeben haben. Jugendliche können Berufe kennenlernen, die sie sich so nicht vorstellen konnten und
dabei manches Talent entdecken.