
Neckar + Erms
Erwscheinungsdatum 04.12.2010
Vernetzung -
Kinderhaus Kelternstraße erhält vom Ulmer Transferzentrum für
Neurowissenschaften Qualitätsurteil
Mit Herzblut und Einsatz das
Bildungshaus belebt
VON MARA SANDER
METZINGEN. Die
Arbeit in den Metzinger Kindergärten am Projekt Bildungshaus ist hervorragend.
Das hat eine Untersuchung vom Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und
Lernen (ZNL) ergeben, die im Kinderhaus Kelternstraße in Neuhausen gemacht
wurde. Dieses Kinderhaus macht wie weitere vier Kindergärten und die
Uhlandschule mit beim größten Bildungshaus-Pilotprojekt in Baden-Württemberg
mit dem Ziel, schon im Kindergartenalter Freude an Schule und Lernen zu
vermitteln.
Wissenschaftlich begleitet wird das Modellprojekt im Auftrag des
Kultusministeriums vom ZNL, das pro Standort von bisher zwanzig Bildungshäusern
einen durch Los ermittelten Kindergarten genau untersuchte und gegebenenfalls
auch Verbesserungsvorschläge machte. »Wesentlicher Beitrag zur Verzahnung von
Kindergarten und Schule« §§ In Metzingen fiel das Los auf das Kinderhaus
Neuhausen in der Kelternstraße, das eng mit Schule und den anderen Kindergärten
zusammenarbeitet.
Die Bewertung erfolgte nach einer allgemeingültigen, also nicht nur für
Teilnehmer am »Bildungshaus« gültigen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen
basierenden Kindergarteneinschätzskala, (KES-R). Sie sei international
vergleichbar, so Peter Nißle, zuständig für die Kindergärten
bei der Stadt Metzingen.
Das Ergebnis der Überprüfung der Rahmenbedingungen im Kinderhaus Kelterstraße
sei ermutigend, sagte er. »Mit so einem Ergebnis kann man selbstbewusst Gäste
empfangen«, so Nißle zu der Tatsache, dass dort oft
Hospitationen stattfinden. Er bestätigte, dass erste Erfahrungen am Projekt
Bildungshaus allgemein zeigen, »dass Kinder aus Vergleichsgruppen schlechter
abschneiden«.
Das Kinderhaus in Neuhausen ist nun sozusagen Musterbeispiel für die
Rahmenbedingungen am Projekt Bildungshaus. »Ein so positives Ergebnis in der
Kelternstraße ist ein wesentlicher Beitrag zur Verzahnung von Kindergärten und
Grundschule«, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. »Es bezeugt, dass gute
Arbeit geleistet wird.« Am Ende hänge es immer an Personen,
und die sind »mit Herzblut und großem Einsatz bei der Sache«, so Fiedler. Das
sei von höchster externer Stelle nun bewertet worden. Kleine Verbesserungen wie
die Einrichtung einer »Kulturecke« wurden sofort umgesetzt.
»Die Kinder sind sicherer, verantwortungsbewusster
und selbstständiger«
Beim Projekt »Bildungshaus« nehmen Vorschüler der fünf
Kindergärten einmal wöchentlich am Unterricht in einer Kooperationsklasse der
Grundschule teil. Der Unterricht ist so ausgerichtet, dass sie nicht über- und
die Grundschüler nicht unterfordert werden. Damit wird eine Hemmschwelle
überwunden in die Schule zu gehen und Freude am Lernen vermittelt. »Die Kinder
sind sicherer, verantwortungsbewusster und selbstständiger«, so die Leiterin
des Kinderhauses, Susanne Boss, im Pressegespräch. Durch den intensiven und
kontinuierlichen Kontakt zur Schule werde auch die Freude daran geweckt.
Und das ist natürlich auch in den anderen teilnehmenden Kindergärten der Fall,
denn alle tauschen sich miteinander aus und jeder hätte ausgelost werden
können, um die Rahmenbedingungen zu prüfen. (GEA)