Erscheinungsdatum: 23. Juli 2010; Autor: Norbert Leister

Ein guter Geist an der Uhlandschule

Neuhausen.  Viel haben sie gelernt, noch viel mehr werden sie auf ihrem weiteren Lebensweg lernen müssen.
Aber: Die Grundlage haben die Schulabgänger der 9. Klasse in der Uhlandschule in Neuhausen erhalten.

Rektorin Helga Wolz überreichte den Neuntklässlern ihre Abschlusszeugnisse. Foto: Norbert Leister;       Quelle: www.swp.de

"Man spürt, welch guter Geist an dieser Schule ist", betonte Metzingens Oberbürgermeister Ulrich Fiedler am Mittwochabend bei der Feier der diesjährigen Abschlussklasse. 15 Schülerinnen und Schüler haben ihren Hauptschulabschluss nun in der Tasche. 15 junge Menschen sind damit vorbereitet auf ihren nächsten Schritt auf ihrem eigenen, ganz persönlichen Lebensweg. "Lasst euch nicht in Formen pressen", forderte Fiedler die 15- bis 17-Jährigen auf. "Sucht eure eigenen Interessen und Talente." Was mitunter gar nicht so einfach sein dürfte.

Aber: Was ihnen die Uhlandschule mitgeben konnte, war gut. Das haben die Abschlussschüler selbst betont. "Ich habe gelernt, im Team zusammen zu arbeiten", sagte ein Schüler. Oder: "Ich habe gelernt, dass Pünktlichkeit wichtig ist." Und: "Ich habe gelernt, dass eine gute Klassengemeinschaft und ein gutes Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern die Lernbereitschaft fördert." Eine Schülerin sagte: "Ich habe von vielen Lehrern Halt bekommen." Und: "Ich habe gelernt, meine Mitmenschen zu respektieren, so wie sie sind." Das erfreute Helga Wolz, die Rektorin der Uhlandschule, ganz besonders: "Seinen Mitmenschen mit Respekt zu begegnen, scheint mir der Schlüssel für alles Zusammenleben zu sein."

Die Personen in seinem Umfeld zu wertschätzen, das Positive in ihnen zu suchen, anstatt die Ellenbogen auszufahren - das sei nach den Worten von Wolz und Fiedler wichtig und sinnvoll für den weiteren Lebensweg. Klassenlehrer Ulrich Steinestel bedauerte den Abgang der Neuner: "Viele von euch haben das Schulleben bunter gemacht." Sein symbolhaltiges Geschenk an die Neuner des Jahres 2010: "Ein kleiner Lebensbaum - aber der muss gepflegt werden."

Dass alle Schüler der 9. Klasse der Uhlandschule die Abschlussprüfungen geschafft und auch den nächsten Schritt schon in die Wege geleitet haben, "das freut uns natürlich sehr", betonten die Rektorin und der Klassenlehrer. Drei Schüler werden die 10. Klasse der Werkrealschule besuchen, zwei das einjährige Berufseinstiegsjahr absolvieren, fünf Abschlussschüler beginnen eine Ausbildung und fünf weitere gehen in die zweijährige Fachschule nach Nürtingen, Reutlingen oder Bad Urach. Damit war klar: "Die Schüler haben an der Uhlandschule eine gute Grundlage für ihr weiteres Leben erhalten", betonte Wolz.

Diese Grundlage haben manche mit solch herausragender Leistung hinter sich gebracht, dass Klassenlehrer Steinestel nur noch eins sagen konnte: "Bravo." Sabrina Bazlen etwa schaffte eine Durchschnittsnote von 1,6, Louis Schorn von 1,7 und Ajshe Kasami sowie Benjamin Weiblen einen Abschluss von 1,8. Bazlen und Schorn erhielten den Preis der Stadt Metzingen. Bedankt haben sich die beiden - die nun als Klassen- und als Schulsprecher ihr Amt aufgeben mussten - bei allen Lehrern. "Wir hoffen, dass auch in der Zukunft die Kinder und Jugendlichen stolz darauf sein werden, Uhlandschüler zu sein", sagte Louis Schorn. Dass es auch anders sein kann, hat der junge Mann selbst oft genug erlebt: "Die Uhlandschule war meine vierte Schule, die ich besucht habe, zum ersten Mal habe ich hier ein Wir-Gefühl kennen gelernt." Umrahmt wurde das Programm der Abschlussfeier von einer Schülerband, deren Mitglieder ebenfalls Schüler der 9. Klasse waren.