Erscheinungsdatum: 06.07.2010

Vom Pflanztrog zum Kräuterbeet

Neuhausen.  Hauptschüler, die den Schulabschluss machen wollen, müssen sich für die so genannte Projektprüfung ein Thema aussuchen, das sie speziell interessiert.
Und es muss in einem Team bearbeitet werden.

In den alten Pflanzkübeln gedeihen jetzt würzige Gartenkräuter. Foto: Privat

Jedes Jahr stehen die Schüler, die an der Hauptschulabschlussprüfung teilnehmen, vor der Qual der Wahl. Sie müssen sich im Rahmen der Projektprüfungen für ein Thema entscheiden, das sie interessiert. Dieses Thema muss im Team bearbeitet werden. Die Projektprüfung beinhaltet einen fachpraktischen Teil, wird in einem Ordner schriftlich dokumentiert und auch medial präsentiert.

Eine Gruppe entschied sich für ein Thema, bei deren praktischer Arbeit ein bleibendes und überaus nützliches Produkt für die Uhlandschule entstand. Sie leerten und reinigten vier alte Tröge im Eingangsbereich und bepflanzten sie mit den unterschiedlichsten Kräutern für die Küche der Schule. Man findet hier neben bekannten Kräutern auch viele weniger bekannte. Alles wurde genau beschriftet. So sind Schüler im Kochunterricht motiviert, nicht nur auf Fertiggewürze zurück zu greifen, sie können Duft und Aroma vieler Kräuter vor Ort kennen lernen und ausprobieren. Inzwischen wurden die Tröge von der Projektgruppe auch noch farblich gestaltet, sodass die Gruppe mit Alexander, Manuel, Stefanos und Florian bleibende Spuren auf dem Schulgelände hinterlassen hat. Die fachliche Aufsicht lag bei Lehrerin Angelika Sigler.

Zunächst interessierte sich die Gruppe im Rahmen der Berufsorientierung nur für den Beruf des Landschaftsgärtners. Hier nahm sie Kontakt mit der Firma Garten- und Landschaftsbau Fischer in Metzingen auf. Aus diesem Kontakt wurde eine Beratung für eine mögliche Bepflanzung. Schnell wurde deutlich, dass Pflanzen auch unterschiedliche Pflanzerde benötigen und so stellte H. Fischer auch die Verbindung zu Firmen her, die Pflanzen und Humus bereitstellten. Der Bauhof der Stadt Metzingen transportierte die alte Erde ab und die Schüler befreiten gar das hinter den Trögen liegende Gelände mit der Sense vom hohen Gras, damit ihre Arbeit besser zur Wirkung kommt.

Befragt nach ihrer Motivation kommt die Antwort aus der Gruppe: "Wenn man morgens herkommt, wird man mit einem fröhlichen Frontbild vor der Schule begrüßt". Und sie ergänzen: "Wir wollten uns auch verewigen, weil wir neun Jahre hier waren."
Im Rückblick erklären sie, dass die Bepflanzung "die schönste Arbeit von allen war". Sie betonen aber auch, dass sie gelernt haben, dass die Arbeit an einem gemeinsamen Thema auch dann funktioniert, wenn man mit den anderen Teammitgliedern in der Freizeit sonst nichts zu tun hat. "Wir haben gelernt, uns gegenseitig zu helfen." Damit hat sich die Gruppe in etwas geübt, was auch im Berufsleben sehr wichtig ist: "Teamfähigkeit" wird von vielen Betrieben als wichtige soziale Kompetenz erwartet.

Info Die Entstehung und der Verlauf der Projektarbeiten sowie einige Fotos sind auf der Schulhomepage der Uhlandschule Neuhausen unter www.uhlandschule.de dokumentiert.