Metzinger-Uracher Volksblatt

Erscheinungsdatum: 28.11.2009; Autor: PETER SWOBODA

 

Trotz aller Ablehnung wird die Werkrealschule kommen

Neugreuthschule vorerst ohne Außenstelle – Gemeinderat beschließt Modell für die Gesamtstadt Metzingen

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Die Neugreuthschule wird Werkrealschule der neuen Art. Foto: Thomas Kiehl
Metzingen.  Lange wurde nach einer Lösung gesucht, nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Neugreuthschule Werkrealschule wird und die Neuhäuser Uhlandschule Hauptschule bleibt.

http://www.swp.de/_CPiX/pic-188031-5666/pixel.gifVon Anfang an hat Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler das Thema neue Werkrealschule zur Chefsache erklärt. In enger Zusammenarbeit mit den Rektoren Helga Wolz von der Uhlandschule und Roland Feucht von der Neugreuthschule hat er nach einem passenden Modell für Metzingen gesucht.

Dabei haben sich drei mögliche Modelle ergeben, von denen jedoch nur eines ohne Nachteile für den Schulstandort Metzingen ist. Demnach wird die Neugreuthschule Werkrealschule und die Uhlandschule bleibt Hauptschule. Die Schüler der Uhlandschule haben allerdings die Möglichkeit, in die zehnte Klasse der Neugreuthschule zu wechseln. Nach Wunsch freilich auch früher, wenn beispielsweise ein gewünschtes Wahlpflichtfach in der Uhlandschule nicht angeboten wird. Das Modell hat laut Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler den Vorteil, dass der Stadtteil Neuhausen die eigene Hauptschule behält. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die Hauptschüler bis zur neunten Klasse den selben Bildungsplan haben wie die Werkrealschüler. Aber die Uhlandschule kann ihr eigenes Schulprofil beibehalten. Dieser Beschluss bedeutet gleichzeitig, dass der Metzinger Gemeinderat dem Wunsch der Gemeinden Riederich und Grafenberg, die Gutenbergschule Riederich zur Außenstelle der Werkrealschule Neugreuthschule zu machen, nicht nachkommt. Der Beschluss ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Möglichkeit einer Außenstelle irgendwann eventuell für die Uhlandschule zur Standortsicherung benötigt wird. "Schülern aus Grafenberg und Riederich", so der Oberbürgermeister, "bleibt es natürlich unbenommen, die Werkrealschule im Neugreuth zu besuchen. Zudem hat der Gemeinderat beschlossen sowohl für die Neugreuthschule wie für die Uhlandschule einen Schulbezirk einzurichten. Ein Schulbezirk soll eine Werkrealschule gegen eine andere Werkrealschule schützen und eine Hauptschule gegen eine andere Hauptschule.

Glücklich sind Stadtverwaltung und die Mehrheit des Gemeinderats mit der Einführung der neuen Werkrealschule nicht. "Ich sage es nochmal", so Ulrich Fiedler, "für mich ist die Werkrealschule ein bildungspolitischer Nonsens." FWV-Fraktionschef Peter Rogosch wies darauf hin, dass die Pläne von Kultusminister Helmut Rau im ganzen Land auf breite Ablehnung stießen. Sei es der Landeselternbeirat, die Handwerkskammer oder die IHK. Er prophezeite, dass auf die Schüler noch ein heilloses Durcheinander zukommt. FDP-Fraktionschef Bernhard Mohr verwies auf die gute Arbeit, die viele Hauptschulen im Land geleistet hätten, warf aber die Frage auf: "Wer künftig auf der Hauptschule bleibt, was bleibt dem noch?" Einzig die CDU-Fraktion stellte sich hinter Kultusminister Rau. Es gebe viele Aspekte, so CDU-Stadtrat Carsten Rechentin, die für die Werkrealschule sprächen. "Diese Konzeption", so Rechentin, "hat viel für sich, und es ist keinesfalls so, dass sie überall abgelehnt wird." Am Ende hat der Gemeinderat das Modell für Neugreuth- und Uhlandschule einstimmig gebilligt.

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