Metzinger-Uracher
Volksblatt
Erscheinungsdatum:
28.11.2009; Autor: PETER SWOBODA
Trotz aller Ablehnung wird die Werkrealschule kommen
Neugreuthschule vorerst ohne Außenstelle –
Gemeinderat beschließt Modell für die Gesamtstadt Metzingen
Metzingen. Lange wurde nach einer Lösung
gesucht, nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Neugreuthschule
Werkrealschule wird und die Neuhäuser Uhlandschule Hauptschule bleibt.
Von Anfang an hat Oberbürgermeister
Dr. Ulrich Fiedler das Thema neue Werkrealschule zur Chefsache erklärt. In
enger Zusammenarbeit mit den Rektoren Helga Wolz von der Uhlandschule und
Roland Feucht von der Neugreuthschule hat er nach einem passenden Modell für
Metzingen gesucht.
Dabei haben sich drei mögliche
Modelle ergeben, von denen jedoch nur eines ohne Nachteile für den
Schulstandort Metzingen ist. Demnach wird die Neugreuthschule Werkrealschule
und die Uhlandschule bleibt Hauptschule. Die Schüler der Uhlandschule haben
allerdings die Möglichkeit, in die zehnte Klasse der Neugreuthschule zu
wechseln. Nach Wunsch freilich auch früher, wenn beispielsweise ein gewünschtes
Wahlpflichtfach in der Uhlandschule nicht angeboten wird. Das Modell hat laut
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler den Vorteil, dass der Stadtteil Neuhausen
die eigene Hauptschule behält. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass die
Hauptschüler bis zur neunten Klasse den selben Bildungsplan haben wie die
Werkrealschüler. Aber die Uhlandschule kann ihr eigenes Schulprofil
beibehalten. Dieser Beschluss bedeutet gleichzeitig, dass der Metzinger
Gemeinderat dem Wunsch der Gemeinden Riederich und Grafenberg, die
Gutenbergschule Riederich zur Außenstelle der Werkrealschule Neugreuthschule zu
machen, nicht nachkommt. Der Beschluss ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass
die Möglichkeit einer Außenstelle irgendwann eventuell für die Uhlandschule zur
Standortsicherung benötigt wird. "Schülern aus Grafenberg und
Riederich", so der Oberbürgermeister, "bleibt es natürlich
unbenommen, die Werkrealschule im Neugreuth zu besuchen. Zudem hat der
Gemeinderat beschlossen sowohl für die Neugreuthschule wie für die Uhlandschule
einen Schulbezirk einzurichten. Ein Schulbezirk soll eine Werkrealschule gegen
eine andere Werkrealschule schützen und eine Hauptschule gegen eine andere
Hauptschule.
Glücklich sind Stadtverwaltung und
die Mehrheit des Gemeinderats mit der Einführung der neuen Werkrealschule
nicht. "Ich sage es nochmal", so Ulrich Fiedler, "für mich ist
die Werkrealschule ein bildungspolitischer Nonsens." FWV-Fraktionschef
Peter Rogosch wies darauf hin, dass die Pläne von Kultusminister Helmut Rau im
ganzen Land auf breite Ablehnung stießen. Sei es der Landeselternbeirat, die
Handwerkskammer oder die IHK. Er prophezeite, dass auf die Schüler noch ein
heilloses Durcheinander zukommt. FDP-Fraktionschef Bernhard Mohr verwies auf
die gute Arbeit, die viele Hauptschulen im Land geleistet hätten, warf aber die
Frage auf: "Wer künftig auf der Hauptschule bleibt, was bleibt dem
noch?" Einzig die CDU-Fraktion stellte sich hinter Kultusminister Rau. Es
gebe viele Aspekte, so CDU-Stadtrat Carsten Rechentin, die für die
Werkrealschule sprächen. "Diese Konzeption", so Rechentin, "hat
viel für sich, und es ist keinesfalls so, dass sie überall abgelehnt
wird." Am Ende hat der Gemeinderat das Modell für Neugreuth- und
Uhlandschule einstimmig gebilligt.
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