Erscheinungsdatum: 07.11.2009
Bildung
- In Metzingen soll sich in der Schullandschaft zunächst nichts ändern:
Uhlandschule bleibt Hauptschule
Bewahren, was gut ist
VON THOMAS FÜSSEL
METZINGEN-NEUHAUSEN.
Nach Ansicht der Stadtverwaltung sollte alles so bleiben, wie es ist. Demnach
sollte die Neugreuthschule als Werkrealschule weitergeführt werden, die
Uhlandschule in Neuhausen als Hauptschule. Das empfiehlt Oberbürgermeister Dr.
Ulrich Fiedler genauso wie die Gesamtlehrerkonferenz, die Schulkonferenz und
der Elternbeirat der Uhlandschule. Am Donnerstag wurden in Neuhausen Eltern
darüber informiert, wie es in Metzingen mit den Schulen weitergeht, nachdem das
Land zum Schuljahr 2011/2012 Werkrealschulen neuen Typs einführen will, was
viele Hauptschulen um ihre Existenz bangen lässt.
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Die Uhlandschule in
Neuhausen soll bleiben, was sie ist: eine gut
funktionierende Hauptschule. |
Bislang war es
auch einzügigen Hauptschulen möglich, Werkrealschule zu sein. Künftig ist das,
wie berichtet, an die Zweizügigkeit gekoppelt, was vor allem kleinen
Hauptschulen Probleme bereitet. Landesweit suchen sie deshalb nach
Kooperationen, in der Sorge, neben den neuen Werkrealschulen nicht mehr
bestehen zu können. Dies spätestens dann, wenn die Kommunen 2016 keine
schützenden Schulbezirke mehr ausweisen dürfen. Und alle Schulen im Land
Wahlschulen werden, die somit in Konkurrenz zueinanderstehen.
Suche nach Kooperationen
Auch Metzingen hat zunächst nach Kooperationen gesucht und die
unterschiedlichsten Modelle durchdiskutiert, in erster Linie mit dem Ziel, die
Uhlandschule in Neuhausen zur Werkrealschule zu machen. So wurde mit Riederich,
Grafenberg und auch Dettingen gesprochen. Doch inzwischen ist die
Stadtverwaltung zur Überzeugung gelangt, dass es besser ist, alles so zu
belassen, wie es ist. Zusammenlegungen oder Kooperationen hätten
Reibungsverluste zur Folge, in der Verwaltung genauso wie in der pädagogischen Ausrichtung,
erklärte Fiedler.
»Wir haben in Neuhausen eine tolle Schule, es wäre schade, wenn wir das aufs
Spiel setzen.« So sehen es offenbar auch Eltern und Lehrer der Uhlandschule,
die einen ausgesprochen guten Ruf genießt, kurze Wege und kleine Klassen
aufweist. »Unsere Schüler haben wir immer unterbringen können«, sagt zudem die
Schulleiterin Helga Wolz. Alle machten eine Ausbildung oder einen mittleren
Bildungsabschluss. Dass dies auch künftig so sein wird, davon sind die
Beteiligten überzeugt. Auch der Wechsel von der Haupt- zur Werkrealschule sei
immer möglich, schließlich wiesen beide Schultypen den gleichen Lehrplan auf.
Wolz: »Die Ziele, die die Werkrealschule neuen Typs anstrebt, erreichen wir
schon heute.« In der Diskussion wurde deutlich, was die Eltern von den Plänen
der Landesregierung halten. »Das ist eine reine Mogelpackung«, war unter
anderem zu hören, oder: »Damit wird auf Kosten der Kinder Geld gespart«.
Abstimmung mit
den Füßen
Laut OB Fiedler geht das Land durchaus davon aus, dass am Ende mit den Füßen
abgestimmt wird, dass Eltern ihre Kinder lieber auf Werkrealschulen schicken,
was schließlich dazu führt, dass Hauptschulen geschlossen werden. »Ich hoffe,
dass das in Metzingen nicht der Fall ist.« Diese Gefahr scheint zumindest
derzeit nicht zu bestehen. Die Neuhäuser stehen zu ihrer Schule.
Am 26. November stehts auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Der wird
voraussichtlich der Empfehlung der Stadtverwaltung folgen und beantragen, dass
die Neugreuthschule Werkrealschule neuen Typs wird und die Hauptschule in
Neuhausen Hauptschule bleibt. Die endgültige Entscheidung obliegt dem
Regierungspräsidium.
Übrigens: Auch Dettingen lässt sich durch den in der Vergangenheit aufgebauten
Druck nicht irritieren. Wie in Metzingen stehen Kommune und Schulleitung
selbstbewusst hinter ihrer Schule, die auch dort als einzügige Hauptschule
weitergeführt wird. Die Dettinger sind zudem davon überzeugt, dass sich ihre
Schule auf dem »freien Markt« behaupten wird. (GEA)
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vgl. Präsentation zu diesem Informationsabend