Erscheinungsdatum: Donnerstag 05.11.2009; Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/

 

Teils für die Uhlandschule, teils aufs Sparbuch
Metzingen erbt 70 000 Euro aus dem privaten Nachlass eines Neuhäusers

Metzingen hat 70 000 Euro geerbt. Nutznießer sind die Diakoniesozialstation, die Uhlandschule und ein noch zu bestimmender Personenkreis.

MICHAEL KOCH

Neuhausen  An den Ratstischen landauf, landab beherrscht derzeit nur ein Thema die Diskussionen: das fehlende Geld. Da war die Gesprächsrunde am Dienstagabend im Neuhäuser Ortschaftsrat eine angenehme Ausnahme. Wenngleich der Anlass grundsätzlich traurig war.
 
Es ging nämlich um ein Erbe, das der Stadt Metzingen unverhofft zuteil wurde. Der Neuhäuser Kurt Seitz hatte einen Teil seines Nachlasses der Stadt vermacht, der Anteil aus einem Grundstücksverkauf beträgt 70 000 Euro. Nach dem letzten Willen des Verstorbenen geht die Hälfte der Summe an die Diakoniesozialstation, die andere Hälfte soll für gemeinnützige Zwecke auf dem Gebiet der Jugend- und Altenarbeit in Neuhausen und zur Unterstützung von Bürgern in Not im selben Stadtteil verwendet werden.
Als größter Notstand in Neuhausen war rasch in der Uhlandschule ausgemacht - nur die baulichen Mängel wohlgemerkt. Es wird dringend eine neue Einrichtung benötigt. So wurde der Schule im ersten Überschwang aus dem Metzinger Rathaus zunächst die volle Summe zugesagt. Dann fiel den Beteiligten allerdings auf, dass man bei dieser Vorgehensweise ja die Senioren nicht berücksichtigt hätte. Dem Willen des Verstorbenen wäre damit nicht in vollem Umfang Rechnung getragen.
 
So lag dem Ortschaftsrat, der über die Vergabe des Geldes vorberät, ehe gemäß der Hauptsatzung der Gemeinderat einen Beschluss fasst, ein neuer Antrag der Stadtverwaltung vor. Danach geht vom Neuhäuser Anteil von knapp 35 000 Euro die Hälfte an die Uhlandschule. Die andere Hälfte wird in einer neu geschaffenen Haushaltsstelle der Stadt gebunkert, bis sich eine zweckmäßige Verwendungsmöglichkeit findet. "Das Geld bleibt dort ohne zeitliche Befristung und kann nur zweckgebunden verwendet werden", versicherte Stefanie Schmid von der Stadtverwaltung den Ortschaftsräten.
 
Die Rektorin der Uhlandschule, Helga Wolz, kann die Vorgehensweise voll nachvollziehen. "Der Respekt vor dem Erblasser gebietet es, möglichst nah am Willen des Verstorbenen zu bleiben", sagte sie dem Ortschaftsrat. Sie freue sich natürlich auch über die nun zugeteilte Summe. Das Geld werde man für neue Stühle und Tische in den Klassenzimmern einsetzen, die Summe reiche in etwa für die Möblierung in sechs Klassenzimmern.
 
Über die Verwendung des restlichen Anteils wird auch künftig der Ortschaftsrat befragt. Derzeit stünden im Bereich der Senioren keine zwingenden Aufgaben an und "Bürger in Not" sei schwer zu definieren, wie Ortsvorsteherin Lilli Reusch sagte. Dass das Geld eine sinnvolle Verwendung findet, daran zweifelte am Dienstag niemand. "Die Zeiten werden enger. Wir haben jetzt die Möglichkeit, in einer kritischen Situation etwas Gutes zu tun", sagte beispielsweise Klaus Rümmelin. Das Hochwasser von 2008 schwirrte den Räten bei diesen Überlegungen noch immer im Kopf herum.
 



Erscheinungsdatum: Donnerstag 05.11.2009