
Erscheinungsdatum:
Donnerstag 08.10.2009; Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/
Pausenhof ist kein Rallyeplatz
Neuhäuser Ortschaftsrat will Gelände
der Uhlandschule für jugendliche Mofafahrer sperren
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Wenn sich Jugendliche in Neuhausen
treffen wollen, tun sie dies oft auf dem Schulhof. Lärm und Vandalismus sind
häufig die Folge. Jetzt soll wenigstens die Zufahrt für Autos oder Mopeds
unterbunden werden.
MICHAEL BANHOLZER
Neuhausen Die Treppenstufen, die zum Eingang des alten Schulgebäudes
hinauf führen, lassen erahnen, auf was für Ideen manch ein Jungspund nächtens
schon gekommen sein mag. Verrußte Stellen deuten auf das eine oder andere
Feuerchen hin, mit denen offenbar das späte Gelage verschönt werden sollte.Vor allem nach den Wochenenden muss das
Hausmeisterehepaar Hammele dann besonders schuften,
um die Spuren zu beseitigen - soweit dies überhaupt möglich ist. Denn, so
berichtete Schulleiterin Helga Wolz, dabei handele es sich um
"Verschmutzungen übelster Art." Neu ist diese Problematik freilich
nicht. Doch leider liegen Patentlösungen nicht gerade auf der Hand. Denn
vertreibe man die Jugendlichen ohne Alternativen anzubieten, dann verlagere
sich das Problem einfach nur an den nächsten Ort, wie Friederike Büning von der
mobilen Jugendberatung Metzingen betonte. Der Aufenthalt soll den
Heranwachsenden deshalb nicht grundsätzlich verwehrt werden. So lautet
zumindest der Grundtenor der Ortsbegehung, bei der sich der Ortschaftsrat am
Dienstagabend selbst ein Bild von der Lage machen wollte. Einig war man sich
allerdings rasch in einer Frage: Autos und Mopeds haben auf dem Pausenhof
nichts verloren. Lautes Anfahren, Hupen und voll aufgedrehte Stereoanlagen sind
es denn auch, was den Anwohnern oft bis zu später Stunde den Schlaf raubt. An
manchen Abenden sei "Disco pur" angesagt, formulierte Ortsvorsteherin
Lilli Reusch pointiert. Als "Rallyeplatz" für die jungen Kradfahrer
müsse der Pausenhof ohnehin regelmäßig herhalten, klagte Rektorin Wolz.
Einig zeigten sich Vertreter von Ortschaftsrat und Schule darin, dass dem ein Riegel vorgeschoben werden müsse. Eine
Zufahrtsbeschränkung in Form eines umlegbaren Pollers sei die einfachste
Lösung, erklärte Ulrich Neubrander vom Hochbauamt. Da
dies jedoch gerade für Zweiradfahrer kein Hindernis darstellt, favorisierten
die meisten Räte jedoch eine Schranke. Auch Konrektor Ulrich Steinestel plädierte für eine solche Lösung. Außerdem
müssten Verbotsschilder die Jugendlichen klar auf Konsequenzen aufmerksam
machen, sollten sie dennoch auf den Hof fahren, forderte Ortschaftsrat Karl
Schäfer. Das Zufahrtsverbot könne dazu beitragen, den Platz für Jugendliche
unattraktiver zu machen, glaubt auch sein Ratskollege Gerhard Fritz.
Alle Probleme sind damit freilich noch nicht vom Tisch. Selbst Lehrer der
Uhlandschule beklagen die bedrohliche Atmosphäre, die von den Jugendcliquen auf
dem Hof ausgingen. Hier soll mit einem runden Tisch
das direkte Gespräch mit den Jugendlichen gesucht werden. ![]()