Erscheinungsdatum: Freitag 10.07.2009
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/

 

Zugabe: Mehr von diesem Unterricht
"Bildungshaus 3 bis 10" zieht nach dem zweiten Jahr eine positive Bilanz

Beim Theaterspielen ist zwischen Schul- und Kindergartenkindern
kein Unterschied mehr zu erkennen. Foto: Thomas Kiehl

 
Schüler lehren Kindergartenkinder, gemeinsam sind sie stark. Das Modellprojekt "Bildungshaus 3 bis 10" hat sich nach zwei Jahren in den Neuhäuser Bildungseinrichtungen bewährt.
 
MICHAEL KOCH
 
Neuhausen Seit zwei Jahren gibt es nun das "Bildungshaus 3 bis 10" in Neuhausen. Darin kooperiert die Uhlandschule mit den fünf Kindergärten in Neuhausen und Glems. Lehrer und Erzieher sehen ihre gemeinsame Arbeit als "Erziehungspartnerschaft", in die jede Gruppe ihre Erfahrungen und Kenntnisse mit einbringt.
 
Das Modell, das vom Kultusministerium Baden-Württemberg unterstützt und wissenschaftlich vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm begleitet wird, hat in seiner Dimension landesweit einmaligen Charakter. Entsprechend sind die Erfahrungen, die in Neuhausen gemacht werden, sehr gefragt. So zum Beispiel zuletzt auf der Fachmesse Didacta, für die eine Präsentation erstellt wurde, die nun im Eingangsbereich der Uhlandschule zu sehen ist.
 
Ziel des Bildungshauses ist die altersübergreifende Vermittlung von Kompetenzen in verschiedenen Bereichen: Sprache, Körperwahrnehmung, Sozialkompetenz, logisches Denken, Sinne und Werte. Diese Ziele werden von Grundschülern und Kindergartenkindern gemeinsam angegangen. "Wie das geht", sei Helga Wolz, Rektorin der Uhlandschule, auf der Didacta immer wieder ungläubig gefragt worden.
 
Die Neuhäuser hatten auf diese frage etliche praktische Beispiele zur Hand: In verschiedenen Bausteinen werden Themen erarbeitet. Da geht es um "Bilderbücher", um "Geometrische Grundformen", um "St. Martin", um "Theater" oder um "Sport-Spiel-Bewegung".
 
Die Teilnehmer eines dieser Bausteine hatten gestern ihren großen Auftritt. 14 Schüler der zweiten Klasse und neun Vorschüler aus dem Kindergarten Klosterstraße spielten zum Baustein "Schöpfungsgeschichte". Musikalisch untermalt von klassischen Haydn-Stücken und Kinderliedern standen bei der Aufführung Musik, Farben und Bewegung im Mittelpunkt. Den jungen Zuschauern, ebenfalls Schüler und Kindergartenkinder gefiels. Lauthals forderten sie Zugabe. "Sie möchten freiwillig noch mehr Unterricht - das gibts nur im Bildungshaus", fasste Helga Wolz die Freude der Kinder zusammen.