Erscheinungsdatum: Mittwoch 08.07.2009
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/

 

Eigenständig und doch vereint
Werkrealschule: Uhlandschule und Neugreuthschule wollen kooperieren


In Kooperation mit der Neugreuthschule möchte die Uhlandschule auch Werkreaklschule werden. Foto: Archiv


Die Neugreuthschule bleibt auf jeden Fall Werkrealschule. Foto: Archiv

 Ende des Monats wird der Landtag das neue Gesetz zur Hauptschule als Werkrealschule verabschieden. Zur Sicherung der Uhlandschule hat Metzingen ein eigenes Kooperationsmodell erarbeitet.
 
PETER SWOBODA
 
Metzingen Künftig sollen alle mindestens zweizügigen Hauptschulen Werkrealschulen sein. Und jede Werkrealschule kann, wenn sie ein sinnvolles Konzept vorlegt, als Ganztagsschule genehmigt werden. Nun gibt es in der Sieben-Keltern-Stadt die zweizügige städtisch geprägte Neugreuthschule und die einzügige ländlich ausgerichtete Uhlandschule in Neuhausen.
 
Beide Schulen möchten, was ja sinnvoll ist, eine Kooperation eingehen. Bisher sieht der Gesetzentwurf hierfür allerdings vor, dass die beiden Schulen unter einem Dach geführt werden müssen, also auch unter einer gemeinsamen Schulleitung. Das würde das Ende der Selbstständigkeit der Uhlandschule bedeuten. Dies will freilich in Metzingen niemand, weshalb sich die Rektoren Helga Wolz und Roland Feucht zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler ein auf die Gegebenheiten vor Ort zugeschnittenes Konzept erarbeitet haben.
 
Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass es für die Hauptschulen wie für die Werkrealschulen ein und derselbe neue Bildungsplan herausgegeben wird. Das so genannte Metzinger Modell sieht nur vor, dass beide Schulen unter Wahrung ihrer jeweiligen Selbstständigkeit und somit eigener Schulleitungen, eine Kooperation eingehen. Diese Kooperation greift in erster Linie in den Klassen acht und neun im Angebot der Wahlpflichtfächer "Natur und Technik", "Wirtschaft und Informationstechnik" sowie "Gesundheit und Soziales". Die Neugreuthschule würde zwei dieser Fächer anbieten, die Uhlandschule eines. Die Klassen fünf bis zehn würden entsprechend den jeweiligen pädagogischen Schulprofilen an beiden Standorten angeboten. Ob es an jeder Schule eine zehnte Klasse geben wird, hängt von der Schülerzahl ab. Die Mindestzahl für eine Klasse liegt bei 16 Schülern.
 
Roland Feucht weist darauf hin, dass das Gesetz auch vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen im ländlichen Raum gemacht wurde. "In Metzingen", so Feucht, "sind wir aber gut aufgestellt. Wir haben eine stabile zweizügige und eine stabile einzügige Schule. Wir müssen beim Kultusministerium deshalb darauf dringen, dass der Blick auf Qualität gerichtet wird." darauf weist auch der Oberbürgermeister hin. "Wir wollen", so Fiedler, "die hohe Qualität der beiden Schule halten." Und dies könnte man nicht, würde man das Gesetz eins zu eins umsetzen. Zumal an beiden Schulen die im nächsten Schuljahr die Schülerzahlen steigen. Helga Wolz weist außerdem darauf hin, dass die Orientierung an den unterschiedlichen örtlichen Verhältnissen die Akzeptanz unter den Bürgern sicher wäre. Die Schüler müssten nicht mit dem Bus transportiert werden und blieben ins bestehende soziale Umfeld eingebunden.
 
Nächste Woche werden Helga Wolz, Roland Feucht und OB Ulrich Fiedler im Innenministerium das Metzinger Modell vorstellen. Und sie hoffen, dass dort auf offene Ohren stoßen.