Erscheinungsdatum: Donnerstag 18.06.2009

Charme der Nachkriegszeit
Ortschaftsrat Neuhausen begutachtet Zustand der Uhlandschule

Den Räten wurden am Dienstag in der Uhlandschule einige Mängel vor Augen geführt. Foto: Michael BanholzerDen Räten wurden am Dienstag in der Uhlandschule einige Mängel vor Augen geführt. Foto: Michael Banholzer

 
In der Uhlandschule gibt es dringenden Sanierungsbedarf. So das Fazit von Rektorin Helga Wolz, die am Dienstag den Ortschaftsräten bei einem Ortstermin zahlreiche Mängel am und im Gebäude vor Augen führte.
 
MICHAEL BANHOLZER
 
Neuhausen Im Kartenraum stapelt sich Lehrmaterial mangels Schränken auf dem Boden. In einem Klassenzimmer zeichnet sich an der Decke ein deutlicher Feuchtigkeitsfleck ab. Und an fast allen Räumen entlang der Südfront heißt es wegen undichter Fenster bei Regen regelmäßig Land unter. Die Liste der notwendigen Erneuerungsarbeiten ist lang und mit dieser Aufzählung bei weitem noch nicht vollständig.
 
Mit dem notorisch klammen Schulbudget seien diese Aufgaben jedoch in absehbarer Zeit kaum zu bewältigen, klagte Helga Wolz. Man wisse, dass die Stadt Metzingen viel in ihre Schulen investiere. Aber mit dem beispielsweise im Jahr 2009 für die Fenstersanierung bereitgestellten Betrag in Höhe von 25 000 Euro könne nur ein kleiner Teil erledigt werden. Die Sanierung an der Südseite könne aber nicht so lange warten. "Hier brennts jetzt", betonte die Rektorin.
 
Mehr als dringend müssten mittlerweile auch Malerarbeiten durchgeführt werden. Weil über Jahre nichts geschah, hatten Eltern vor einigen Jahren den Pinsel selbst in die Hand genommen und - gesponsort von einer örtlichen Firma - den Wänden in der Aula des 1964 errichteten Neubaus frischen Glanz verliehen. Im angrenzenden Altbau dagegen erinnert das Ambiente noch immer an die Nachkriegszeit. "Achten Sie auf den Charme der 50er", riet Helga Wolz den Ortschaftsräten beim Betreten mit einem guten Schuss Galgenhumor.
 
Kaum besser steht es um die Mittel für die Beschaffung von Mobiliar, Lernmitteln oder sonstigen Materialien. Nach Abzug der Fixkosten blieben der Schule für die beiden Standorte Neuhausen und Glems in diesem Jahr nur etwas mehr als 12 000 Euro, rechnete die Schulleiterin vor. Problem sei vor allem, dass die Mittelzuweisungen anhand der Schülerzahl berechnet werden. Die Fixkosten, etwa für Telefonanschluss oder Leasinggebühren für PCs und Kopierer, seien aber für alle Schulen gleich hoch. Wolz fordert daher, die Zuweisungen in einen festen Sockelbetrag für Fixkosten und einen zweiten, an der Schülerzahl orientierten Betrag zu splitten.
 
Auf diese Weise müssten kleine Schulen, wie die Uhlandschule mit ihren rund 300 Pennälern, nicht einen ungleich größeren Anteil ihrer Mittel für die Fixkosten aufbringen, sondern könnten beispielsweise in neue Möbel investieren. Denn auch in Neuhausen leiden etliche Tische und Stühle an erklecklichen Alterserscheinungen und geben bei geringstem Körperkontakt rheumatische Ächzer von sich. Ein konzentriertes Lernen fällt bei einer solchen Geräuschkulisse freilich schwer. A propos Lärm. Nachzudenken sei über eine Sperrung des Pausenhofes für Fahrzeuge. Derzeit treffen sich hier viele Jugendliche, was auch nicht generell unterbunden werden soll. Jedoch fahren viele mit dem Auto auf den Platz und nutzen diesen als Rallyeparcours, wie die Reifenspuren beweisen. Zudem entsteht für Anwohner durch laute Musik eine erhebliche Belästigung.
 
Ortschaftsrat und Gemeindevertreter zeigten Verständnis für die vorgetragenen Anliegen. Bei kostenintensiven Arbeiten, wie der Fenstersanierung sei aber ein schrittweises Vorgehen unvermeidlich, sagte Ulrich Neubrander vom Bauamt. Ortsvorsteher Friedemann Salzer sicherte aber weiterhin die Unterstützung des Ortschaftsrates zu.