
am 03.12.2008
Bildung aus dem
Hintergrund
Serie
(I): Schul-Fördervereine: der Freundeskreis Uhlandschule
Bildung
braucht viele helfende Hände. Daher können sich Eltern über die Mitarbeit in
einem Förderverein unmittelbar in das Schulgeschehen einbringen. So beim
Freundeskreis der Uhlandschule Neuhausen.
MICHAEL KOCH
Neuhausen/Glems Bildung wird groß geschrieben in
unserem Land. Aber auch groß genug? Die Träger und Verantwortlichen der
Bildungseinrichtungen stoßen mit den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln
immer wieder an ihre Grenzen. Bei Angeboten, die über den Standard hinausgehen,
sind daher die Eltern gefragt. So hat inzwischen fast jede Schule ihren eigenen
Förderverein oder Freundeskreis.
So zum Beispiel an der Uhlandschule Neuhausen und ihrer
Außenstelle in Glems. Hier haben sich Eltern schon 1993 zu einem Freundeskreis
zusammengeschlossen, seither unterstützen sie nach ihren Möglichkeiten
schulische Veranstaltungen und bieten zusätzliche Angebote. "Wir
organisieren die Kernzeitbetreuung komplett in Eigenregie", nennt
Christian Stock eine der Hauptaufgaben des Vereins, dem er zusammen mit Eva
Bartelmeß-Jandt vorsteht. Damit verbunden sind finanzielle und vor allem hohe
personelle Aufwendungen. "Die Zahl der betreuten Kinder schwankt immer um
die zehn", ergänzt Martina Straub, die im Beirat des Freundeskreises
sitzt.
Auch darüber hinaus lässt sich das Angebot des
Freundeskreises sehen. Schon seit Jahren werden für Kinder der ersten bis
vierten Klasse Flötenkurse angeboten ("immer proppevoll"), es gibt
Erste-Hilfe-Kurse für Kinder, Erlebnis- oder Kreativtage im Wald, Ausflüge
werden organisiert oder Bildungsangebote, wie beim Besuch eines Imkers oder bei
der Betriebsbesichtigung für die Fünft- und Sechstklässler.
"Wir tun mehr, als nur am Schulfest Kaffee zu
verkaufen, bringt Christian Stock die vielseitigen Tätigkeiten des Vereins auf
den Punkt. Und das alles letztlich dafür, "um die Lernsituation für die
Kinder zu verbessern".
Das alles kostet Geld, mitunter viel Geld. Bis zu 5000
Euro im Jahr erwirtschaftet der Freundeskreis, entweder durch die Beiträge der
mehr als 100 Mitglieder, durch Spenden oder durch den Erlös bei
Veranstaltungen. Und da steht aktuell der nächste Höhepunkt an. Am 11. Dezember
ist um 19.30 Uhr in der Aula der Uhlandschule ein festliches Konzert,
"Piano meets Saxophone", mit den beiden russischen Musikern Vladimir
Milman (Flügel) und Valeri Katsnelson (Saxophon). "Die beiden decken ein
großes Spektrum ab", weiß Stock. Gespielt werden Werke von Bach bis hin zu
Musicals und jüdischen Volksmelodien. Der Eintritt ist frei, der Freundeskreis
hofft auf Spenden der Gäste.
Diese fließen dann wieder direkt in Investitionen für
die Schule ein. Ob Spielmaterial für die Kernzeitbetreuung, Farbe zur
Schulhofbemalung, Hausaufgabenbetreuung, Zuschüsse für
Schullandheimaufenthalte, Unterstützung für die Schulband oder weitere
kulturelle Angebote - das Arbeitsfeld ist groß. "Viele Eltern wundern sich
nicht einmal, wenn ihr Kind für nur einen Euro Eintritt einen Theaterbesuch machen
kann. Die wissen meist gar nicht, dass es da im Hintergrund einen Verein gibt,
der solche Dinge bezuschusst", erzählt Stock und hofft natürlich auf
weitere Eltern, die mit ihrem Beitritt mehr finanziellen Spielraum ermöglichen.
"Im harten Kern sind wir etwa zehn Personen. Das ist ganz gut so, nicht zu
groß. Unterstützung brauchen wir auf dem finanziellen Sektor."
Erscheinungsdatum:
Mittwoch 03.12.2008
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/