am 03.12.2008

Bildung aus dem Hintergrund
Serie (I): Schul-Fördervereine: der Freundeskreis Uhlandschule


Textfeld:  Christian Stock und Martina Straub sind guter Dinge für das Benefizkonzert des Freundeskreises. Foto: Thomas Kiehl

Bildung braucht viele helfende Hände. Daher können sich Eltern über die Mitarbeit in einem Förderverein unmittelbar in das Schulgeschehen einbringen. So beim Freundeskreis der Uhlandschule Neuhausen.
 
MICHAEL KOCH
 
Neuhausen/Glems Bildung wird groß geschrieben in unserem Land. Aber auch groß genug? Die Träger und Verantwortlichen der Bildungseinrichtungen stoßen mit den ihnen zur Verfügung gestellten Mitteln immer wieder an ihre Grenzen. Bei Angeboten, die über den Standard hinausgehen, sind daher die Eltern gefragt. So hat inzwischen fast jede Schule ihren eigenen Förderverein oder Freundeskreis.
So zum Beispiel an der Uhlandschule Neuhausen und ihrer Außenstelle in Glems. Hier haben sich Eltern schon 1993 zu einem Freundeskreis zusammengeschlossen, seither unterstützen sie nach ihren Möglichkeiten schulische Veranstaltungen und bieten zusätzliche Angebote. "Wir organisieren die Kernzeitbetreuung komplett in Eigenregie", nennt Christian Stock eine der Hauptaufgaben des Vereins, dem er zusammen mit Eva Bartelmeß-Jandt vorsteht. Damit verbunden sind finanzielle und vor allem hohe personelle Aufwendungen. "Die Zahl der betreuten Kinder schwankt immer um die zehn", ergänzt Martina Straub, die im Beirat des Freundeskreises sitzt.
Auch darüber hinaus lässt sich das Angebot des Freundeskreises sehen. Schon seit Jahren werden für Kinder der ersten bis vierten Klasse Flötenkurse angeboten ("immer proppevoll"), es gibt Erste-Hilfe-Kurse für Kinder, Erlebnis- oder Kreativtage im Wald, Ausflüge werden organisiert oder Bildungsangebote, wie beim Besuch eines Imkers oder bei der Betriebsbesichtigung für die Fünft- und Sechstklässler.
"Wir tun mehr, als nur am Schulfest Kaffee zu verkaufen, bringt Christian Stock die vielseitigen Tätigkeiten des Vereins auf den Punkt. Und das alles letztlich dafür, "um die Lernsituation für die Kinder zu verbessern".
Das alles kostet Geld, mitunter viel Geld. Bis zu 5000 Euro im Jahr erwirtschaftet der Freundeskreis, entweder durch die Beiträge der mehr als 100 Mitglieder, durch Spenden oder durch den Erlös bei Veranstaltungen. Und da steht aktuell der nächste Höhepunkt an. Am 11. Dezember ist um 19.30 Uhr in der Aula der Uhlandschule ein festliches Konzert, "Piano meets Saxophone", mit den beiden russischen Musikern Vladimir Milman (Flügel) und Valeri Katsnelson (Saxophon). "Die beiden decken ein großes Spektrum ab", weiß Stock. Gespielt werden Werke von Bach bis hin zu Musicals und jüdischen Volksmelodien. Der Eintritt ist frei, der Freundeskreis hofft auf Spenden der Gäste.
Diese fließen dann wieder direkt in Investitionen für die Schule ein. Ob Spielmaterial für die Kernzeitbetreuung, Farbe zur Schulhofbemalung, Hausaufgabenbetreuung, Zuschüsse für Schullandheimaufenthalte, Unterstützung für die Schulband oder weitere kulturelle Angebote - das Arbeitsfeld ist groß. "Viele Eltern wundern sich nicht einmal, wenn ihr Kind für nur einen Euro Eintritt einen Theaterbesuch machen kann. Die wissen meist gar nicht, dass es da im Hintergrund einen Verein gibt, der solche Dinge bezuschusst", erzählt Stock und hofft natürlich auf weitere Eltern, die mit ihrem Beitritt mehr finanziellen Spielraum ermöglichen. "Im harten Kern sind wir etwa zehn Personen. Das ist ganz gut so, nicht zu groß. Unterstützung brauchen wir auf dem finanziellen Sektor." 

=> Info: "Piano meets Saxophone",
Donnerstag, 11.
Dezember, 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr), Aula der Uhlandschule,
Konzert mit Vladimir Milman und Valeri Katsnelson.


Erscheinungsdatum: Mittwoch 03.12.2008
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/