Metzinger-Uracher Volksblatt am 05.11.2008:

Vom Kern bis zum Stamm: Apfelbaumkunde für Schüler
Fünftklässler besuchten den Metzinger Obst- und Gartenbauverein - Am Ende pflanzten sie einen eigenen Baum

Rudolf Rossbach von den Metzinger Obst- und Gartenbauern wies 15 Schüler der Uhlandschule in die Kunst des Apfelbaumanbaus ein.
Nach der Theorie durften die Kinder einen eigenen Baum pflanzen.

ANNA MARIA TIECK

Die Kinder freuen sich über ihren Baum, dennoch dauert es sechs Jahre bis er Früchte trägt. Foto: Anna Maria Tieck

 

Metzingen  Isst man einen Apfel, bleiben am Ende nur noch die Kerne übrig. Dass der Apfel nur wegen dieser Kerne überhaupt gewachsen ist und wie das vonstatten geht durften 15 Kinder der Neuhäuser Uhlandschule erfahren. Gestern lud der Obst- und Gartenbauverband Metzingen die Kinder ein, um ihnen den Anbau von Apfelbäumen näher zu bringen.
"Wir wollen eine alte Tradition, die es im Ermstal schon lange Zeit gibt, an die jüngere Generation weitergeben. Die Kinder sollen Spaß an der Pflanzung der Bäume haben", sagt der Vorstand der Kleingärtner Rudolf Rossbach. Zunächst wurde den Schülern allerlei zum Thema Apfel erklärt: Unter anderem, warum der Apfel vom Stamm fällt, welche Pflanzungsarten es gibt, Sämlinge aus Kernen oder Wurzeln oder woran der Apfelbaum merkt, ob Herbst oder Frühling ist. "Wenn es zum Herbst immer dunkler wird, dann speichert der Baum seine Nährstoffe in der Wurzel. Blätter und Äpfel bekommen somit keine Nahrung mehr und fallen ab", erklärt Rossbach den Kindern, die durch die eine oder andere Frage ein reges Interesse an den Apfelbäumen zeigten. Wissenswert für die Kinder war auch die Erklärung zu den verschiedenen Baumarten. Auf der einen Seite gibt es kleinere Bäume, die über die Wurzel gezüchtet werden und bereits nach drei Jahren Früchte tragen, und auf der anderen Seite gibt es die hochgewachsenen Bäume. "Allerdings benötigen diese bis zu zwölf Jahre, bis an ihnen Äpfel wachsen", schildert Rossbach. Die Hochbäume seien von Vorteil, wenn der Baum auf einem Feld oder einer Wiese wächst, denn so kann man darunter noch mähen, fügt Vorstand Rossbach an.

Hat man die Äpfel geerntet, kann man natürlich einiges aus ihnen machen: Most, Saft, manchmal auch Sekt, und zum Backen könne man sie verwenden. Dabei verdeutlichte Rossbach, dass man für die unterschiedlichen Nutzungen des Apfels auch verschiedene Anforderung erfüllen muss. "Je nachdem muss der Apfel", so Rossbach, "saftig, weich oder mehlig sein, oder sonstige Eigenschaften besitzen."
 
Zu guter Letzt gab es dann noch anschauliche Tipps, wie die Kinder selbst einen Baum pflanzen können - von der keimenden Saat im Plastikbecher bis hin zur optimalen Pflanzung im eigenen Garten.
Nach der ganzen Theorie ging es dann hinaus in den Garten des Verbands. Rossbach hat bereits bei der Begrüßung angedeutet, dass die Kinder einen eigenen Baum pflanzen dürfen, den sie besuchen kommen können wann sie wollen. Darüber haben sich die Kinder gefreut und es kam gleich die Frage auf, ob ihnen dann auch einmal die Äpfel gehören würden. Für Rossbach ist dies natürlich eine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit zwei weiteren Kleingärtnern und der richtigen Ausrüstung, wie Spaten, etwas Torf und einem Pfahl der das noch kleine Bäumchen vor starkem Wind schützen soll, suchten sie den perfekten Platz, an dem ihr Baum gut gedeihen kann. Doch mit der ersten Ernte ihrer Äpfel müssen sich die 15 Schüler noch etwas gedulden: In rund sechs Jahren wird ihr Bäumchen das erste Mal Früchte tragen.
 


Erscheinungsdatum: Mittwoch 05.11.2008