Metzinger-Uracher Volksblatt am Montag 21.07.2008:

Wenn das Dorf zur Festmeile wird
Groß und Klein feiern zusammen ein Wochenende lang - Die Dorfgemeinschaft funktioniert


Selbst am Nachmittag war das Festzelt in Neuhausen rappelvoll. Fotos: Jan Zawadil


An der Kletterwand konnten sich die Festteilnehmer testen.
=> mehr Bilder: Internet-Fotoseiten MUV

 
Ein gelungenes Festwochenende liegt hinter den Neuhäusern. Umzug, Programm im Zelt, in der Schule sowie auf dem Schulgelände sorgten für viel Spaß und zeigten: Die Dorfgemeinschaft funktioniert.
 
JAN ZAWADIL
 
Neuhausen "So ein Zirkus" - was mancher vielleicht etwas entnervt dahinsagt, hat in Neuhausen überhaupt keinen negativen Klang. Waren die Worte in Metzingens Stadtteil doch vielmehr Motto des alle vier Jahre steigenden Kinder- und Dorffests.
 
Am Samstagmittag hatten sich da allerdings bereits Kindergartenkinder, Honoratioren, Schulklassen und Vereine auf den Weg durch den Ort gemacht und wuselten während des Festzugs entweder als wilde Zirkustiere verkleidet durch die Straßen oder machten auf historischen Fahrrädern eine gute Figur. Mit dem Spektakel der nicht alltäglichen Art boten die Macher damit genauso viel Abwechslung wie anschließend auf dem gesamten Schulgelände. Ging es hier doch umgehend und ohne Umschweife mit dem Feiern weiter.
 
Torwandschießen, Schaukellabyrinth, Streichelzoo, Kistenstapeln oder Baumkraxeln waren angesagt und ließen genauso wenig Langeweile aufkommen, wie der Auftritt der Schülerband in der Aula oder das Theaterstück "Colorito" der Sechstklässler.
 
"Wunderbar", sagte Ortsvorsteher Friedemann Salzer angesichts des gelungenen Fests, das am Samstagabend im Bierzelt fortgesetzt wurde. Habe doch alles wunderbar geklappt und das Fest vor allem eines aufgezeigt. Dass nämlich alles, was die Dorfgemeinschaft ausmacht gezeigt wurde und "alle Neuhäuser da sind". Kaum ein Sitzplatz war deshalb am Samstagabend im Zelt zu bekommen. Und das schon deshalb, weil alle die Sketche, Lieder und Tänze der beteiligten Vereine sehen und hören wollten. Ein Auftritt, der allerdings noch am nächsten Tag für Gesprächsstoff sorgte, war das Wasserballett der Feuerwehr. Sind da doch die Mannen im elfenhaften Tütü anmutig über die Bühne geschwebt und sorgten damit genauso für ausgelassene Stimmung wie der Ortschaftsrat mit seinem Sketch zum derzeit brennendsten Neuhäuser Thema: dem Boss-Logistikzentrum.
 
Kurz war für manchen hingegen die Nacht. Ging es doch am Sonntagmorgen mit dem ökumenischen Gottesdienst im Zelt und anschließendem Frühschoppen weiter, bevor der Vereinsnachwuchs auf der Bühne sein Können unter Beweis stellte. Jugendkapelle, Hiphop, Chorgesang, Ballartistik, Tanz oder Clownerie waren zu sehen und sorgten für jede Menge Applaus und Staunen.
 
Mit den Besucherzahlen des Festwochenendes waren gestern sowohl Ortsvorsteher als auch Organisationsleiter Klaus Rümmelin durchweg zufrieden. Zumal rings um Neuhausen ebenfalls jede Menge Feste auf dem Programm standen und der Zeltverleiher, so Frieder Salzer, keine einzige Strebe geschweige denn Zeltbahn mehr am Lager hatte.
 
"Toll", meinte Rümmelin allerdings auch mit Blick auf die Zusammenarbeit aller am Fest Beteiligten. "Wir sind hochzufrieden." Sei alles doch nicht nur sehr gut gelaufen. Vor allem hätten alle an einem Strang gezogen.
 
Aus der Feststimmung ließen sich die Neuhäuser allerdings auch nicht durch das Gewitter am späten Samstagabend bringen. Laut Rümmelin seien alle vom plötzlichen Wetterumschwung zwar überrascht gewesen. Doch das Zelt habe dem Guss problemlos standgehalten. Auch wenn die Wassermassen in rauen Mengen aus den Abläufen gekommen seien.
 
 


Erscheinungsdatum: Montag 21.07.2008
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/