Metzinger Uracher Volksblatt Erscheinungsdatum: Freitag 09.11.2007
UHLANDSCHULE /
Schriftsteller Manfred Mai bei den Zweitklässlern
Der lange Weg eines Textes zum Buch
Der Autor ist Verfasser zahlreicher Bücher für Kinder
und Jugendliche - Spannende Begegnung
Manfred
Mai, Autor zahlreicher Bücher für Kinder und Jugendliche, war gestern Gast der
Zweitklässler in der Uhlandschule. Die Schüler hatten sich gut darauf
vorbereitet, sogar geschrieben, wie sie sich den Schluss des Buches "Nur
für einen Tag" vorstellen.
WIELAND
LEHMANN
NEUHAUSEN
Erwartungsvoll sitzen die Zweitklässler im Klassenraum. Die Bücher des Mannes,
den sie erwarten, kennen sie längst. Dazu gehört "Nur für einen Tag",
in dem die kleine Anna und ihr Papa einen Tag lang ihre Arbeit tauschen.
Manfred Mai, der einmal selbst als Lehrer gearbeitet hat, macht es keine
Schwierigkeiten, sich sofort auf die Kinder einzustellen. Interessiert hört er,
wie sie sich zu selbst gemalten Bildern den Schluss der Geschichte vorstellen.
Der Bitte "Jetzt würden wir gern ihren Schluss hören", kommt er gern
nach. Und siehe, so fern liegen die Intentionen gar nicht auseinander.
Der Papa muss in diesem Buch immer viel lernen, haben die kleinen Leser erfahren, schließlich ist er für
einen Tag in ihre Rolle geschlüpft und hat gemerkt, dass auch das Lernen
richtige Arbeit ist. "Ein bisschen chaotisch" gehe es bei dieser
Familie zu, sagt ein Junge. "Wie bei euch sicher auch", mutmaßt der Autor.
Die allgemeine Zustimmung bestätigt es.
Wie er zu dieser Idee gekommen sei, will man wissen.
Manfred Mai zeigt das Blatt mit seinen ersten Notizen in die Runde. "Ich
will mal du sein", hatte die kleine Melanie gesagt, die Schüler kommen
darauf, dass das seine Tochter war. Die weiteren Fragen kommen ohne Pause. Ja,
Phantasie brauche man, bestätigt der Autor, auch Papier und Computer, aber vor
allem Geduld und Ausdauer. Schreiben sei nämlich eine mühsame Arbeit. Als
junger Lehrer habe er angefangen, Bücher zu schreiben, er habe mehr Kindern
Geschichten erzählen wollen als nur denen in seiner Klasse. Und er zeigt seine
Bücher, die in Japan, China oder Korea gelesen werden. Dass es bereits 150
Bücher sind, die er geschrieben hat, beeindruckt die Schüler sichtlich. Und sie
wollen wissen, wann er denn am Morgen aufsteht.
Manfred Mai erzählt von seinem Arbeitstag, von dem Weg,
den sein Text nimmt, bis ein Buch daraus wird, dass er nicht selbst die Bücher
verkauft und dass er gerade daran arbeitet, alte griechische Sagen neu zu
erzählen. Keines seiner Bücher sei eigentlich sein Lieblingsbuch, alle seien
seine Kinder. Haustiere habe er nicht, lässt er wissen, doch der Zuruf, etwas
zu schreiben, bei dem ein Schriftsteller einen Hund oder eine Katze hat,
scheint schon in ihm einen kleine Gehirnwindung
besetzt zu haben. Und dann liest er vom Zornickel,
einer lebendig gewordenen Zeichnung des kleinen Alexander, die all seinen Zorn
zu Wort kommen lässt, wenn es ihm scheint, dass es ungerecht zugeht. Die
Schüler amüsieren sich köstlich. Nach der Uhlandschule begab sich Manfred Mai
zur Sieben-Keltern-Schule, wo ebenfalls Schüler darauf warteten, einen
richtigen Schriftsteller selbst einmal kennen zu lernen.
