Metzinger Uracher
Volksblatt; Erscheinungsdatum: Samstag 28.07.2007
PROJEKT / Uhlandschule wird ab September
landesweites Modell
Ein
Bildungshaus entsteht
Land zahlt zusätzliche Stunden für Schulen: Und die Kindergärten?
Das Modellprojekt "Bildungshaus
3-10" startet ab September an landesweit 20 neuen Standorten mit 20
Grundschulen und 31 Kindergärten. Dies gab Kultusminister Helmut Rau gestern
bekannt. Dazu zählen die Uhlandschule in Neuhausen und fünf Kindergärten.
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Nicht nur die äußere Fassade der Uhlandschule ändert
sich während der Ferienzeit. FOTO: THOMAS KIEHL |
NEUHAUSEN In den
künftigen Bildungshäusern wird die Zusammenarbeit von Kindergärten und Grundschulen
so eng miteinander verzahnt, dass eine durchgängige Bildungseinrichtung für
Drei- bis Zehnjährige entsteht. Zentrales pädagogisches Strukturelement sind einrichtungsübergreifende Lern- und Spielzeiten in jahrgangsgemischten Gruppen.
Pädagogischer Verbund
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Mit den Bildungshäusern schlage Baden-Württemberg als erstes Bundesland neue
Wege im Bereich der frühkindlichen Bildung ein, so Rau gestern in Stuttgart.
Über die bisherige Kooperation hinaus sollen sich Kindergarten und Grundschule
zu einem pädagogischen Verbund weiterentwickeln. "Unser Ziel ist es, Kindern
eine kontinuierliche und bruchlose Entwicklung ihrer Bildungsbiografie zu
ermöglichen", sagte Rau. Der Minister hob die große Zahl an Bewerbungen
hervor. Die positive Resonanz sei ein Beleg für die Innovationsbereitschaft der
pädagogischen Fachkräfte in den Grundschulen und Kindergärten. Die insgesamt
drei Standorte in Ulm und Bad Wurzach, die bisher schon in diesem Bereich tätig
waren, setzen ihre Arbeit fort.
Viele Bewerbungen
Für die Teilnahme hatten sich insgesamt 93 Standorte mit 227 Einrichtungen,
davon 93 Grundschulen und 134 Kindergärten, beworben. Eine weit entwickelte
Ausgangslage in der Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule sowie die
Qualität des eingereichten pädagogischen Kooperationskonzepts haben bei der
Entscheidung eine entscheidende Rolle gespielt. Auf dieser Grundlage sind dann
weitere Auswahlkriterien zur Geltung gekommen. Dazu zählen beispielsweise
regionale Gesichtpunkte, die Größe der Schule, der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund sowie besondere Profile von Kindergärten
und Grundschulen.
In den Bildungshäusern wird die Lern- und Entwicklungssituation der Kinder in
einem einrichtungsübergreifenden sozialen Rahmen
gestaltet. Die gemeinsamen Bildungsangebote sind integraler Bestandteil der Wochen-
und Stundenpläne von Kindergarten und Grundschule. Eine Schlüsselfunktion kommt
den Entwicklungsberichten zu. Auf der Grundlage regelmäßiger Beobachtung sollen
sie Auskunft über die Entwicklungsfortschritte der Kinder geben und, wo
notwendig, Ansatzpunkte für gezielte Fördermaßnahmen enthalten. "Je
individualisierter die Bildungs- und Entwicklungsverläufe gestaltet werden,
desto mehr treten Zurückstellungen und ähnliche Eingriffe in die Bildungsbiografie
in den Hintergrund", betonte Kultusminister Rau.
Land zahlt 3,7 Millionen
Die Modelleinrichtungen werden vom Land mit zusätzlichen Anrechnungsstunden
unterstützt. Je teilnehmende Grundschulklasse werden drei zusätzliche
Anrechungsstunden pro Jahr ausgewiesen. Für die Dauer des Modellversuchs stellt
das Bundesministerium für Bildung und Forschung Mittel in Höhe von 3,7
Millionen Euro für Projekt- und Personalkosten im Rahmen der wissenschaftlichen
Begleitung und Evaluation zur Verfügung. Die Träger der Kindergärten sichern
zu, ihren Mitarbeitern eine gleichwertige Entlastung zu gewähren.