UHLANDSCHULE / Verabschiedung von
Rektor Manfred Thiedemann
Stets
das Wohl der Schule im Blick
Helga Wolz als neue Schulleiterin ins Amt eingeführt - Ulrich Steinestel ist Vize

Manfred Thiedemann und
Helga Wolz gratulieren sich gegenseitig,
OB Hauswirth (rechts) und Ulrich Steinestel
freuen sich mit. FOTO: JAN ZAWADIL![]()
Insgesamt 14 Jahre leitete er die
Geschicke der Uhlandschule. Seit Freitagnachmittag gehört Schulleiter Manfred
Thiedemann nun zu den Ruheständlern. Gleichzeitig trat die bisherige
Konrektorin Helga Wolz die Nachfolge an.
Neu im Amt ist auch Konrektor Ulrich Steinestel.
JAN ZAWADIL
NEUHAUSEN Jede Ära neigt
sich irgendwann dem Ende zu. Doch wenn sich jemand wie Manfred Thiedemann
derart verdient gemacht hat, ist die Reihe derjenigen, die ihren Dank und ihre
Anerkennung zum Ausdruck bringen wollen besonders lang.
So geschehen am Freitagnachmittag. Unzählige Gäste wollten dem
64-Jährigen zum Abschied nochmals die Hand geben und ihm zum Geleisteten
gratulieren. Hat Manfred Thiedemann die Uhlandschule doch zu dem gemacht, was
sie heute ist.
Dass man Schulleiter wie Thiedemann nicht gern in den Ruhestand
entlässt, machte auch Schulamtsdirektor Horst Erdmann deutlich. "Sie waren
ein verlässlicher und innovationsreicher Partner", sagte der Vertreter des
Kreisschulamts und hob sowohl die Fairness, als auch die Uneigennützigkeit des
gebürtigen Hanseaten hervor. Ein Wechsel, so
Erdmann, sei dabei immer eine Zäsur. In diesem Fall machte sie sogar gleich
vier Verwaltungsakte notwendig. Denn zum einen musste
sowohl Manfred Thiedemann aus dem Schuldienst als auch die bisherige
Konrektorin, Helga Wolz, aus ihrem Amt entlassen, um
umgehend als neue Schulleiterin eingesetzt zu werden. Zum anderen musste Ulrich
Steinestel in die für wenige Minuten verwaiste Stelle
des Konrektors eingeführt werden. Trotz der schnellen
Runden, die das Personalkarussell am Freitagnachmittag drehte, blieben
Einblicke in die beruflichen Stationen Thiedemanns nicht verborgen. Und die
führten den "kühlen Klaren aus dem hohen Norden", wie
Oberbürgermeister Dieter Hauswirth meinte, nicht auf
dem klassischen Weg in den Schuldienst. Vielmehr war der gelernte Buchhändler
drei Jahre Zeitsoldat, bevor er einen Abstecher als kaufmännischer Angestellter
zum damaligen Reutlinger Kaufhaus Merkur machte und anschließend als
Fernmeldefacharbeiter beschäftigt war.
Nach diesen Ausflügen ins Wirtschaftsleben ging es für Thiedemann 1968
nach der bestandenen Eignungsprüfung an die Pädagogische Hochschule, an der er
nicht nur sein Studium absolvierte, sondern auch die erste Dienstprüfung mit
Auszeichnung ablegte. Die erste Station
des neuen Berufslebens führte Manfred Thiedemann dann an die Reutlinger Matthäus-Beger-Schule. Doch bereits da zeichnete sich ab,
dass der junge Lehrer für weitere Aufgaben geradezu prädestiniert war.
Ausbildungslehrer an der PH, Leiter des Arbeitskreises Wirtschaft und Schule,
das Konrektorat sowie Tätigkeiten für das
Kultusministerium des Landes waren da nur einige.
Angesichts des vielseitigen Engagements verlor der frühere Rektor seine
Schüler in Neuhausen aber nie aus den Augen. "Sie haben Jugendlichen auf
Abwegen nochmals eine Chance gegeben", sagte Erdmann. Das lief dann nach
dem Motto: "Die Chance bekommst du und die Hilfe bekommst du - aber ich
weiß, wo es für dich am besten langgeht."
"Ein hervorragender Vertreter der Interessen der Schule",
erklärte deshalb auch Dieter Hauswirth. Thiedemann
habe der Uhlandschule dabei im ganzen Land zu einem guten Namen verholfen. Ziel
sei es allerdings immer gewesen, "die jungen Menschen auf die Arbeitswelt
vorzubereiten".
Kompetent und durchsetzungsfähig - so bezeichnete der geschäftsführende
Schulleiter Bernhard Mohr den bisherigen Kollegen Thiedemann und ergänzte:
"Sie lieben markige Worte - wobei ich Sprüche gestrichen habe."
Lobende Worte, dass Widerspenstiges und Sperriges gemeistert wurde, gab es auch
von Schuldekan Ulrich Ruck.
So überwältigend Thiedemann mit Vorträgen und Aufführungen der Schüler,
des Elternbeirats oder Ehemaliger verabschiedet wurde, so herzlich wurden Helga
Wolz und Ulrich Steinestel
im neuen Amt begrüßt. "Die richtige Frau als Nachfolgerin", sagte
Horst Erdmann. Überdurchschnittliche Sachkompetenz attestierte ihr Dieter Hauswirth, was Wolz bereits als
Lehrerin, Konrektorin und frühere Elternbeiratsvorsitzende bewiesen habe. ![]()