Metzinger Uracher
Volksblatt am 12.06.2006
SOLARTAG / Die Hofbühlhalle hat eine
Bürgersolaranlage bekommen - das muss gefeiert werden
Mit voller Sonnenenergie voraus
Zahlreiche
Interessierte kamen zum zweiten Solartag in Neuhausen.

Beim zweiten Neuhäuser Solartag präsentierten zahlreiche Anbieter
ihre Produkte rund um die Solarenergie.
Schüler der Ulandschule zeigten Versuchsobjekte. NADINE WILMANNS
NEUHAUSEN "Die Zukunft ist
kein Schicksalsschlag, sondern die Folge der Entscheidungen, die wir heute
treffen." Mit diesem Zitat von Dr. Franz Alt hieß Klaus Rümmelin, Initiator des zweiten
Neuhäuser Solartags, die zahlreichen Besucher willkommen. Die Entscheidung nach
dem Dach der Ulandschule nun auch das der
Hofbühlhalle mit Solarzellen zu bestücken, sei in jedem Fall eine gute gewesen:
"Mit der Installation einer Solaranlage auf der Hofbühlhalle tun Sie das
Richtige zum richtigen Zeitpunkt", lobte Dr. Albrecht Rittmann vom
Umweltministerium die Neuhäuser.
Vom
Rossfeld aus habe er nach einem geeigneten Dach für den Bau einer Solaranlage
Ausschau gehalten und kurzerhand die Hofbühlhalle auserkoren, erzählte Rümmelin. 2005 wurde das Projekt schließlich in die Tat
umgesetzt und eine Bürgersolaranlage auf das Dach der Hofbühlhalle gebaut. "Die
Anlage kann sieben bis acht Einfamilienhäuser versorgen, und 33 Bürger sind
sofort in das Projekt mit eingestiegen", erzählte Rümmelin
stolz.
Freunde der Solarenergie fanden sich gestern
zum Solarfest in Neuhausen zusammen, um die Einweihung der Solaranlage
Hofbühlhalle gebührend zu zelebrieren. Schließlich solle man Erfolge feiern,
wie Rittmann erklärte. Rittmann, der in Vertretung von Umweltministerin Tanja
Gönner kam, bedankte sich in deren Namen für das Engagement der Neuhäuser.
Diese wissen die Sonnenenergie nicht nur zum Heizen zu nutzen: "In
Neuhausen wird Sonne zu Edelenergie in Form von Wein gemacht", witzelte
der Neuhäuser Ortsvorsteher Friedemann Salzer.
"Der Sonnenschein mag ein gutes
Ohmen für den Erfolg der Solaranlage sein", scherzte Rittmann, bevor er
die Besucher mit den harten Fakten unseres Klimas konfrontierte: "Die Erde
wird um insgesamt 7,7 Grad wärmer in den nächsten Jahren", erklärte er. "Bis
2005 müssen wir die Treibhausgase um 80 Prozent reduzieren." Deutschland
befände sich allerdings im Solarbereich im weltweiten Vergleich auf der
Überholspur.
Auch die Bürgersolaranlage auf der
Hofbühlhalle trägt zu einer positiven Entwicklung bei. "Wir wollten etwas
für den Klimaschutz tun und gleichzeitig andere Bürger wachrütteln",
erklärte Michael Lucke, Erster Bürgermeister von
Metzingen. Lucke, der beim Solartag seinen letzten
offiziellen Auftritt für die Stadt Metzingen hatte, bevor er sein Amt in
Tübingen antritt, betonte, dass jeder Bürger etwas zum Klimaschutz beitragen
könne: "Es ist nicht teuer, sich an Bürgeranlagen zu beteiligen. Das
können ganz bestimmt nicht nur die Reichen." Der Solaranlagenbau auf der
Hofbühlhalle soll nicht der letzte bleiben: "Eine weitere Anlage auf der
Geräteschuppenanlage in Neuhausen ist bereits in Planung", erzählte Rümmelin. Auch die Dächer der entstehenden Sporthalle im Ösch und der Mensa im Neugreuth
sollen mit Solarzellen ausgestattet werden. "Dann sind wir die bisher
einzige Region in Baden-Württemberg, die es geschafft hat, dass alle
Großsporthallen und Schulbetriebe mit regenerativer Energie versorgt
werden", freute sich Lucke.
Auch Privathaushalte können mit dem
Einsatz von Solarenergie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
"Zuerst ist zu prüfen, wie das Dach ausgerichtet ist - ein normales
Satteldach macht keine Probleme", erklärte Rümmelin.
Ein Fachhändler rechnet dann aus, was maximal auf das Dach passt. Bei der
Finanzierung - eine Anlage kostet im Durchschnitt 5000 bis 6000 Euro - hilft
zum Beispiel ein Förderprogramm der Kommune in Metzingen pauschal mit einem
Zuschuss von 500 Euro. Der Bau einer Solaranlage rentiere sich auf Dauer, so Rümmelin: "Es ist genauso wie bei Autos: Für einen
Daimler zahlt man zwar mehr wie für einen Fiat, aber dafür kömmt mehr raus an
Leistung." ![]()