Krimi in der Uhlandschule Neuhausen
Prominenten Besuch hatte am Dienstag, dem 16.10.2001, die Uhlandschule
in Neuhausen: Felix Huby, Schriftsteller und bekannter Drehbuchautor, sowie
Dietz-Werner-Steck, „Bienzle“-Schauspieler aus Stuttgart kamen auf Einladung.
Wer schon mal die ARD-Krimi-Serie "TATORT"
gesehen hat, der weiß, wer "Bienzle" ist. Die Figur des Stuttgarter
Hauptkommissars
Ernst
Bienzle stammt aus der Feder von Felix
Huby alias Eberhard Hungerbühler, der selbst aus der schwäbischen
Gegend stammt und in Tübingen zur Schule gegangen ist.
Der Uhlandschule war es gelungen, die beiden
Prominenten an die Schule zu bekommen, um mit den Schülerinnen und
Schülern der Klassen 8 und 9 zum Thema Krimis zu sprechen. Die Klassen
hatten somit die einmalige Gelegenheit, in Verbindung mit dem Fach Deutsch
zwei "Originale" und Fachleute zu ihren Lebensgeschichte(n) und Berufen
interviewen zu können. Felix Huby hatte bereits einen Tag vor dem
Besuch an unserer Schule eine Autorenlesung aus einigen seiner zahlreichen
Bücher im Rathaus in Bad Urach abgehalten und konnte günstigerweise
anschließend zu uns kommen.
Bevor es losging, meinte Rektor Manfred Thiedemann erheitert: "Als ich
hörte, dass der Herr Steinestel die Herren Dietz-Werner Steck und
Felix Huby an die Schule holen wollte, dachte ich, der ist wohl größenwahnsinnig!
Aber nun sind Sie beide da und wir freuen uns sehr über Ihren Besuch
an unserer Schule.“
Als Steck und Huby um 14 Uhr den Musiksaal
der Schule betraten, waren sowohl Lehrer als auch Schülerinnen und
Schüler total aufgeregt. Alle hatten sich auf diese Begegnung gefreut
und sich ausführlich darauf vorbereitet:
Wie wird man Filmschauspieler, wie Kriminal-Kommissar?
Wollten Sie das immer schon werden oder hatten Sie andere Lebensträume?
Wie schreibt man einen Krimi? Welches ist Ihr dickstes Buch? Wie lange
schreiben sie daran? Wie fällt Ihnen eine gute Story ein? Was ist
Ihr Lebensmotto?
Lauter solche Fragen stellten Schülerinnen
und Schüler an Dietz-Werner Steck und Felix Huby, die bereitwillig,
ausführlich und auch sehr persönlich Auskunft gaben.
Dass Felix Huby vor dem Abitur von der Schule geflogen ist, konnten sich
die Schüler erst gar nicht vorstellen. Er hatte sich danach recht
schnell als Journalist durchgeschlagen und viele für seine jetzige
Tätigkeit wertvolle Erfahrungen und „Handwerkszeug“ gesammelt, z.B.
auch bei der Vorgänger-Zeitung der „Südwest Presse“. Als Drehbuchautor
hat Huby, der mittlerweile in Berlin wohnt, äußerst viele Texte
und Filmbücher geschrieben, so z.B. neben TATORT-Krimis auch recht
erfolgreiche TV-Serien wie z.B. „O Gott Herr Pfarrer“, „Pfarrerin Lenau“,
„Ein Bayer auf Rügen“ oder sogar Serienteile von GZSZ („Gute Zeiten
schlechte Zeiten“).
Die Schüler wollten von Felix Huby
natürlich auch wissen, wie man einen Krimi schreibt. Darauf erklärte
er uns: "Ich lebe mit meinen Figuren. Sie entwickeln ein regelrechtes Eigenleben
und tun Sachen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Ich habe es zwar geschrieben,
aber ich weiß nicht, wo es her kommt. Ich schreibe nur noch auf,
wie sie handeln, sich verhalten und was sie sagen."
Der Schauspieler Dietz-Werner Steck (auf diesem Bild mit seinem Kollegen
Rüdiger Wandel = "Kommissar Gächter") erzählte uns unter
anderem, wie er Felix Huby auf der Bühne kennen gelernt hat. Als Dietz-Werner
Steck gefragt wurde, ob er es sich vorstellen kann, auch in der Realität
Kommissar zu sein, antworte er: "Nein, auf gar keinen Fall. Ich würde
nie auf Menschen schießen wollen!"
Als die Frage kam, wie man die Texte lernen
muss, stellte er klar: "Ja, man sollte schon alles auswendig können.
Ich lerne immer den ganzen Text, denn ich komme arbeitsmäßig
vom Theater her und da ist es wichtig, den gesamten Textzusammenhang zu
kennen und zu können."
Als die Gesprächsrunde vorbei war, bedankte sich die Schulleitung
bei Schauspieler Dietz-Werner Steck und Autor Felix Huby für die ausführlichen
Antworten auf die vielen Fragen und freute sich, dass sie es geschafft
hatten, durch ihre Offenheit auf sehr anregende und so persönliche
Weise zwei Stunden äußerst kurzweilig werden zu lassen. Die
Schüler der Klasse 9 bedankten sich auf eine ganz besondere Weise,
nämlich indem sie Felix Huby verschiedene schriftliche Vorschläge
mit Ideen für Krimis in unserer Region mitgaben. Vielleicht wird aus
einem der Vorschläge ja mal ein Bienzle-Krimi, wer weiß?
Zum Schluss durfte sich jeder noch ein Autogramm holen und nun warten
natürlich alle gespannt auf den nächsten „Bienzle“-TATORT.